Sonderpädagogisches Beratungs-und Förderzentrum

TiP – Was ist das?

Die Abkürzung „TiP“ steht für Team inklusive Pädagogik. Das TiP verfolgt das Ziel, gemeinsam den Anforderungen der Inklusion an einer Schule zu begegnen und die inklusive Pädagogik miteinander zu gestalten. 

Neben der Alltagskommunikation in der Schule bietet das TiP seinen Mitgliedern die Chance, an einem Regeltermin und im Rahmen eines strukturierten und formalisierten Kommunikationsprozesses konkrete Klassen- und Schülerproblematiken zu besprechen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln. 

Die Mitglieder beraten sich dabei gegenseitig und entwickeln so praktische und präventive Maßnahmen, die es allen Schülern ermöglichen sollen, ihre Begabung zu entfalten und ihre Ressourcen zu nutzen um schließlich einem Scheitern in der Regelschule entgegenzuwirken. Als selbstorganisierte Hilfe und Unterstützung bündelt das TiP das ohnehin schon vorhandene (sozial-) pädagogische Wissen und kann somit zeitnah konkrete und hilfreiche Ergebnisse auch innerhalb eines knappen Zeitrahmens anbieten. 

Im Vorfeld können gemeinsam passgenaue (vorbeugende) Maßnahmen entwickelt werden, welche den wechselnden Bedürfnissen und Erfordernissen vor Ort entsprechen. Der regelmäßige professionsübergreifende Austausch im TiP sorgt ebenfalls für ein von- und miteinander Lernen, was die jeweilige Fortbildung zwar nicht ersetzt, aber unterstützt. 

Letztendlich bietet das TiP zahlreiche Möglichkeiten, nicht nur den Anforderungen der Inklusion zu begegnen, sondern die inklusive Pädagogik gemeinsam mitzugestalten.

Die Teilnehmer des TiP 

Schulleitungsmitglied/er

Grundsätzlich ist die Teilnahme eines Schulleitungsmitgliedes erforderlich. Schließlich geht es um die Belange der Schule, an der das TiP stattfindet bzw.initiiert

werden soll. Damit verbunden ist auch ein gewisses Maß an Wertschätzung den anderen TiP-Mitgliedern gegenüber, welche wertvolle Ressourcen in die Schule geben. Das TiP profitiert vom Schulleitungsmitglied durch dessen institutionelle und strukturelle Kenntnisse der Schule, den beruflichen Erfahrungen sowie dem schulrechtlichen Wissen, dessen Relevanz in einer Fallbearbeitung immer wieder zum Tragen kommt.  

Beratungslehrkräfte von Beratungs- und Förderzentren

Idealerweise sollten alle an einer Schule tätigen Beratungslehrkräfte am TiP teilnehmen. Dies bündelt wichtige Praxiserfahrungen und wertvolles pädagogisches Know-How aus unterschiedlichen Förderschwerpunktbereichen. 

Schulsozialarbeit 

Aus dem Blickwinkel der sozialen Arbeit hat die Schulsozialarbeit ein spezielles Hintergrundwissen, fungiert ebenfalls als Rat- oder Ideengeber, was z.B. schulische oder außerschulische Maßnahmen betrifft. Nicht zuletzt verfügt sie, als Teil einer Jugendhilfeinstitution, über außerschulische Kontakte und Beratungs- oder Anlaufstellen. 

Gäste 

Gäste können sowohl Lehrkräfte sein, die zu bestehenden Schülerproblematiken Beratung benötigen oder Experten, die das TiP bei besonderen Fragestellungen unterstützen.

Die Vorteile des TiP

Zeitliche Entlastung

Durch einen Jour fixe spart man sich viele Einzeltermine.

Arbeitsentlastung

Alle Teilnehmer profitieren durch die gemeinsame und gegenseitige Beratung und Unterstützung.

Kurzer Dienstweg

Arbeitsaufträge und Maßnahmen können gemeinsam abgestimmt und Vereinbarungen getroffen werden.

Pädagogisches Wissen

Die Fallbearbeitungim TiP profitiert vom umfangreichen pädagogischen Wissen und den Berufserfahrungen der Teilnehmer.

Keine Zusatzkosten

Die Arbeitsgruppe des TiP ́s agiert eigenständig und benötigt keine kostenpflichtigen professionellen Fachleute.

Strukturierter Ablauf

Durch den strukturierten und einfach zu erlernenden Ablauf lassen sich Lösungen leichter erarbeiten.

Missverständnisse vorbeugen

Durch den kollegialen Austausch können Missverständnisse vermieden und Kommunikations- oder Interaktionsprobleme aufgearbeitet werden.

Evaluation der Maßnahmen

In einer kurzen Fallliste wird der aktuelle Stand festgehalten und dessen Verlauf dokumentiert.

Entwicklung einer inklusionsgerechten Schulkultur

Das TiP begünstigt die Entwicklung einer inklusionsgerechten Schulkultur. Es fördert z. B. die Kommunikations- und Kooperationsstrukturen.

Die Herausforderungen des TiP

Gleichwertige Mitglieder

Alle Mitglieder im TiP sind gleichgestellt und kommunizieren auf Augenhöhe.

Respekt und Wertschätzung

Im TiP wird ein respektvoller und wertschätzender Umgang unter den Teilnehmern gepflegt.

Vertraulichkeit

Eine Grundvoraussetzung des TiP ́s ist die Vertraulichkeit. Dies beinhaltet nicht nur die Verschwiegenheit über Inhalte oder Infos, sondern vor allem auch den Datenschutz. Fallberatungen können auch anonymisiert stattfinden.

Verbindlichkeit

Aufgrund der Teamentwicklung im TiP ist eine verbindliche Teilnahme erforderlich. 

Autonomer Falleinbringer 

Auch die Selbstbestimmung des Falleinbringers istim TiP zu gewährleisten. Er sollte selbst entscheiden, mit welchem Schwerpunkt oder welcher Intensität er sich beraten lassen möchte.

Einbindung des TiP ́s als Unterstützungsangebot in die Schule

Vielen Lehrkräften fällt es noch schwer, zeitnah Unterstützung einzufordern. Eine besondere Herausforderung besteht darin, das TiP im Kollegium der Schule als ein positives und unterstützendes Angebot zu implementieren.

Der Ablauf des TiP

Der Ablauf des TiP orientiert sich an der Methode der Kollegialen Fallberatung. 

Da das TiP in der Regel eine Schulstunde (45 Minuten) dauert und das Zeitbudget im schulischen Berufsleben meist knapp ist, stellte sich diese Methode in der Praxis als besonders effizient und nutzbringend heraus. 

Bereits in kurzer Zeit lassen sich Klärungen und Lösungen erreichen oder persönliche Entwicklungsprozesse einleiten. 

Durch die vorgegebenen und klar definierten Phasen der Kollegialen Fallberatung, ist der Ablauf relativ schnell zu erlernen und selbständig einzusetzen. 

Auf unserer Schulhomepage stellen wir Ihnen eine Verlaufsplanung und weitere Informationen zum TiP als Download zur Verfügung. Sollten wir Ihr Interesse, das TiP auch an Ihrer Schule zu installieren geweckt haben, stehen wir Ihnen selbstverständlich gerne beratend zur Verfügung.