Sonderpädagogisches Beratungs-und Förderzentrum

Informationsreihe

zur

emotionalen und sozialen

 Entwicklung von Kindern und Jugendlichen in der Schule


Depression im

Kindes- und

Jugendalter



Erstellt in Kooperation mit der Vitos kinder- und

jugendpsychiatrischen Ambulanz und Tagesklinik

Depression – was ist das eigentlich?

Depression im Kindes-und Jugendalter 

bezeichnet einen Zustand, der durch Störungen des Fühlens, Denkens, Verhaltens und der körperlichen Befindlichkeit geprägt ist.

Die Störung lässt sich nicht ohne Weiteres erkennen und existiert in verschiedenen Ausprägungen.

Wenn überhaupt lassen sich die Stimmungen und Gefühle nur über äußeres Verhalten erschließen.

 

Symptomatik

Störungen im Fühlen

·        Traurigkeit, gereizte Stimmung, Gefühle von Wertlosigkeit, Schuld, Stimmungsschwankungen

Störungen im Denken

·        negative Sichtweise, Pessimismus, Denkblockaden, Konzentrationsprobleme, Melancholie und suizidale Gedanken

Störungen im Verhalten

·        Schulverweigerung, Interessenlosigkeit, sozialer Rückzug, suizidale Gefährdung

Körperliche Befindlichkeit

·        Schlafstörungen, Müdigkeit, Essstörungen, selbstverletzendes Verhalten

 

Diagnose

Die Diagnostik gehört in kompetente Hände (Kinder- und Jugendpsychiater, -arzt oder -psychotherapeut).

Die Behandlung besteht aus verschiedenen Säulen:

o   pädagogische Unterstützung

im schulischen Alltag

o   ärztlich-therapeutische Maßnahmen

o   Jugendhilfe / Hilfen zur Erziehung

 

Bei dem Krankheitsbild Depression handelt es sich um eine im Kindes- und Jugendalter immer häufiger auftretende psychische Erkrankung, die allerdings nur selten erkannt wird.


Depression – Schüler im Schulalltag


 

Schüler mit Depression haben eine affektive Störung, die unabhängig vom IQ-Wert ist. 

Gymnasiasten können ebenso betroffen sein wie Grund- oder Förderschüler.

 

Verhalten in der Schule – Beispiele

Bei jüngeren Schülern

·        Gereiztheit, Aggressivität, Unsicherheit, Rückzugsverhalten, Verweigerung, Langeweile, Spielhemmung, , Kontaktsuche, Wein- oder Schreikrämpfe, Lernhemmung

Bei älteren Schülern

·        Bedrücktheit, Grübeln, Minderwertigkeitsgefühle, körperliche Beschwerden wie z.B. Kopfschmerzen, Suizidimpulse, sozialer Rückzug, Antriebsarmut, Interessensverlust

 

Merkmale im Lernbereich

·        nicht erklärbarer Leistungsabfall

·        Interessensverlust gegenüber den Schulfächern

·        Rückgang bisheriger Anstrengungsbereitschaft

·        unordentliches Ausführen von Arbeiten, scheinbare Gleichgültigkeit

·        schnelles Aufgeben, vorzeitiges Beenden von Arbeiten

·        Klagen über mangelnde Kraft („Ich schaffe es nicht.“)

 

Merkmale im sozialen Bereich

·        Aufgeregtheit/Hyperaktivität

·        erhöhte Abhängigkeit von anderen

·        regressives Spielen mit jüngeren Kindern

·        antisoziales Verhalten

·        Störverhalten im Unterricht

·        starke Ängste

·        Einschlafen im Unterricht

·        müde in Verhalten und Aussehen

·        Distanz gegenüber Gleichaltrigen

·        Rückzug aus sozialen Kontakten bis zur Unbeliebtheit

·        geringe Frustrationstoleranz

Merkmale im Wahrnehmen und Denken

·        Unentschlossenheit

·        Konzentrationsprobleme

·        Misserfolgserwartungen

·        suizidale Äußerungen, Gedanken über den Tod

·        motorische Unruhe, starker Bewegungsdrang

·        schnelle Ermüdung

 

Merkmale im affektiven Bereich

·        geringes Selbstwertgefühl

·        Gereiztheit

·        häufiges Klagen

·        innere Leere

·        Stimmungsschwankungen

·        Schuldgefühle

·        erhöhte Suchtgefahr

·        Stimulierung über Suchtmittel

 

Merkmale im körperlichen Bereich

·        Schlafstörungen

·        Veränderungen im Appetit

·        Gefühle der Belastung

·        Klagen über Müdigkeit

·        Bewegungsstörungen

·        Kopf- und Bauchschmerzen, häufig krank

 

Da wachsen Kinder auf an Fensterstufen,

die immer in demselben Schatten sind,

und wissen nicht, dass draußen Blumen rufen

zu einem Tag voll Weite, Glück und Wind –

und müssen Kind sein und sind traurig Kind.

(Rainer Maria Rilke)

Hilfreiche Ideen für den Schulalltag


Informationen sammeln

·        Besonderheiten im Verhalten kennen

·        ggf. Aufklärung im schulischen Kontext (Datenschutz beachten)

·        enge Kooperation zwischen Schule und Eltern

·        Netzwerkarbeit

 

Angemessene Umgebung schaffen

·        Beziehungsstiftende Maßnahmen

·        Schaffen einer angstfreien Atmosphäre

·        Maßnahmen zur sozialen Integration

 

Unterricht & Förderung

·        Ressourcenorientierte Förderung

·        Vermeidung von Überforderung, jedoch gleichzeitig angemessen fordern

·        strukturierter Schulalltag

·        Feedbackkultur: konsequenter Umgang mit Lob und positiver Verstärkung

·        Förderung von sozialer Kompetenz

 

Nachteilsausgleich in der Notengebung

·        Beispiele:

o   mehr Zeit geben

o   keinen Leistungsdruck aufbauen

o   Schriftbild tolerieren, evtl. nur Druckschrift

o   Aufgabenstellungen vorlesen und erklären lassen

 

Kooperation mit anderen Hilfesystemen

·        ggf. sonderpädagogische Beratung und / oder

 Förderung im Bereich emotionale und soziale Entwicklung

·        enge Kooperation mit Eltern, Fachärzten, Therapeuten und Förderschullehrkräften (BFZ)


Netzwerk

Informationsportale im Internet

·        Schule und Krankheit

·        www.wiki-bfz.de


Medizinische / Therapeutische Adressen

·        Vitos kinder- und jugendpsychiatrische Ambulanz und Tagesklinik

Offenbacher Str. 17-19 

63128 Dietzenbach

Tel.: 06074/ 483422-0

 

·     Sozialpädiatrisches Zentrum Offenbach a.M.

Starkenburgring 66

63069 Offenbach

Tel.: 069/ 8405-43 22

  

Schule / Beratungs- und Förderzentrum

·       Dezentrale Schule/ Dietzenbach als Beratungs- und Förderzentrum

Werner-Hilpert-Straße 1

63128 Dietzenbach

Tel.: 06074/ 8180-4158

Fax: 06074/ 8180-4159

Dezentrale-schule@kreis-offenbach.de

www.dfe-kreisoffenbach.de

 

·       Regionales BFZ

·       Schulpsychologischer Dienst