Sonderpädagogisches Beratungs-und Förderzentrum

Medienbildung und pädagogisches Nutzungskonzept

Lernen ist Erfahrung. Alles andere ist einfach nur Information.

 

Albert Einstein


Das Konzept zur Medienbildung und pädagogischen Nutzung wurde am 22. Juni 2017 der Gesamtkonferenz vorgestellt. 

Der Antrag auf Aufnahme in das Schulprogramm wurde per Abstimmung einstimmig beschlossen.


        Inhaltsverzeichnis

        Vorwort

1      Handlungsfelder der Medienbildung in der Schule

1.1       Lehr- und Bildungspläne

1.1.1       Umgang und Nutzung mit/von sozialen Medien

1.1.2       Nutzung digitaler Medien zum Wissenserwerb

1.1.3       Digitale Diagnostische Verfahren

1.1.4       Text- und Gestaltungsmedien in der pädagogischen Arbeit

1.2       Lehrerbildung

1.2.1       Wiki BFZ

1.2.2       IT-Café (Datensicherheit etc.)

1.2.3       Interne Schulung

1.3       Schulentwicklung

1.3.1       Öffentlichkeitsarbeit und Homepage

1.3.2       AV IT/Medien

1.3.3       Budgets/Fördergelder

1.4       Ausstattung und technischer Support

1.4.1       Ausstattung Hardware und Software

1.4.2       Kreisbezogener Support/interner Support

1.5       Bildungsmedien

1.5.1       Medienzentrum der Stadt und des Kreises Offenbach

1.5.2       Kompetenzzentum IT

1.5.3       Bildungsserver

1.6       Urheberrecht und Datenschutz

1.7       Außerschulische Kooperationspartner

1.8       Qualitätssicherung und Evaluation

2       #Hashtags, Epilog

2.1       #Web2.0

2.2       #Medienkompetenz

2.3       #Medienbildung

2.4       #Medienundkinder

2.5       #Lernerfolg


Vorwort

Schulische Medienbildung versteht sich als dauerhafter, pädagogisch strukturierter und begleiteter Prozess der konstruktiven und kritischen Auseinandersetzung mit der Medienwelt.

Sie zielt auf den Erwerb und die fortlaufende Erweiterung von Medienkompetenz; also jener Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten, die ein sachgerechtes, selbstbestimmtes, kreatives und sozial verantwortliches Handeln in der medial geprägten Lebenswelt ermöglichen. Sie umfasst auch die Fähigkeit, sich verantwortungsvoll in der virtuellen Welt zu bewegen, die Wechselwirkung zwischen virtueller und materieller Welt zu begreifen und neben den Chancen auch die Risiken und Gefahren von digitalen Prozessen zu erkennen.

Da Medienkompetenz weder durch familiäre Erziehung noch durch Sozialisation oder die individuelle Nutzung von Medien in der Freizeit allein erworben werden kann, ist eine grundlegende, umfassende und systematische Medienbildung im Rahmen der schulischen Bildung erforderlich.

Zudem ist zeitgemäße Bildung in der Schule nicht ohne Medienbildung denkbar; sie ist als wichtiger Beitrag zu Lernprozessen zu sehen, die aus Wissen und Können, Anwenden und Gestalten sowie Reflektieren, Bewerten, Planen und Handeln erwachsen. Medienkompetenz leistet einen Beitrag zu persönlichen und beruflichen Entwicklungsperspektiven und kann mit Blick auf Medienwirkungs- und Mediennutzungsrisiken präventiv wirken.

Die Medien sind durch ihre Präsenz und den alltäglichen Umgang mit ihnen längst zu einer Sozialisationsinstanz geworden.

Die sich ständig erweiternden und immer stärker vernetzten medialen Angebote mit ihren dynamischen Symbol- und Lebenswelten eröffnen Heranwachsenden ganz neue Erfahrungs-, Handlungs- und Erlebnisräume.


Wichtiges Ziel der Medienbildung ist die altersangemessene Fähigkeit, das wachsende Medienangebot kritisch zu reflektieren, daraus sinnvoll und bedürfnisbezogen auszuwählen und Medien sowohl für die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit als auch für die individuelle Lebensgestaltung angemessen, kreativ und sozial verantwortlich zu nutzen.“

1     Handlungsfelder der Medienbildung in der Schule

Medienbildung trägt bei zum Erwerb fachlicher wie überfachlicher Kompetenzen, die für die aktuelle Lebensgestaltung ebenso wie für die Bewältigung künftiger Herausforderungen unverzichtbar sind.

Medienbildung in der Schule ist kein Unterrichtsfach und hat keine entsprechend ausgeprägte fachdidaktische Tradition. Umso wichtiger ist es, in den nachfolgend genannten Handlungsfeldern die Voraussetzungen für eine umfassende, alle Fächer einbeziehende Medienbildung in der Schule zu schaffen. Diese Handlungsfelder stehen in enger Wechselwirkung zueinander. Gefordert ist daher eine ganzheitliche, vernetzte Strategie zur nachhaltigen Förderung der Medienbildung in der Schule.

1.1    Lehr- und Bildungspläne

Medienbildung als Lernen mit Medien und Lernen über Medien ist in den Lehr- und Bildungsplänen der Länder zwar durchgängig ausgewiesen, allerdings unterscheiden sich Art, Umfang und Ausführlichkeit der Angaben deutlich.

Wünschenswert wären die Aktualisierung und Akzentuierung der Medienbildung in den einzelnen Fächern und die Formulierung eigener fächerübergreifender Kriterien zur Medienbildung.

Bereits vorliegende kompetenzorientierte Konzepte zur schulischen Medienbildung können dazu zusätzlich hilfreiche Orientierung bieten.

Die dort formulierten Kriterien sollten auf Landesebene in den Fächern und Lernbereichen der Lehr- und Bildungspläne konkret verankert und auf der Ebene der einzelnen Schule in Form eines Medienbildungskonzeptes oder Medienbildungsplans konkretisiert werden.

Unverzichtbar ist die Berücksichtigung von Medienbildung und Medienkompetenz bei der Bewertung von Schülerleistungen. Die Zertifizierung und Dokumentation erworbener Medienkompetenz ermöglicht es den Schülerinnen und Schülern, sie zielgerichtet für ihre weitere berufliche Bildungsplanung einsetzen zu können.

1.1.1   Umgang und Nutzung mit/von sozialen Medien

In der Dezentralen Schule sind der Umgang und die Nutzung der sozialen Medien ein Kommunikationszuwachs und eine Verbesserung der internen Abstimmung untereinander. Unter Berücksichtigung aller Belange des Datenschutzes ist es möglich auf kurzem und schnellem Weg einen fachlichen Austausch zur realisieren. Die bisherigen Erfahrungen zeigen deutlich, dass die Nutzung moderner Sozialer Medien unterstützend für die Arbeit in der Dezentralen Schule sein kann.

1.1.2   Nutzung digitaler Medien zum Wissenserwerb

Bei der Nutzung digitaler Medien zum Wissenserwerb bzw. Lernstandserhebungen kann die Dezentrale Schule auf einen großen Pool von Landeslizenzen und Kreislizenzen zugreifen. Bewährt hat sich zum Beispiel der Einsatz der Online-Diagnose, des Mastertool und der Lernwerkstatt.

Weitere Digitale Medien und Softwareangebote sind für den pädagogischen Einsatz in der Dezentralen Schule geplant. Eine Liste mit gewünschten Programmen sind im Anhang zu finden und sollten regelmäßig durch die IT Beauftragten oder das Arbeitsvorhaben fortgeschrieben werden.

1.1.3   Digitale Diagnostische Verfahren

Im Weiteren soll auch die Testdiagnostik in digitaler Form als ein fester Bestandteil des nutzbaren Instrumentariums in der Dezentralen Schule für die Fachkollegen zur Verfügung gestellt werden.

1.1.4   Text- und Gestaltungsmedien in der pädagogischen Arbeit

Im Rahmen der pädagogischen Arbeit erhalten die Schüler die Möglichkeit, Kompetenzen im Bereich der gängigen Software zu erwerben und zu erweitern. Genutzt werden diese Medien zum Beispiel für Referate, Hausarbeiten, Bewerbungen, Praktikumsdokumentation, Projektprüfungen, Schülerzeitung, Bildbearbeitung, Filmerstellung, Hörspiele, Textadventures und Tabellenkalkulationen.

Als ein Beispiel der Anwendung für ein Text-und Gestaltungsmedium findet sich im Anhang die von Schülerinnen und Schülern des Lernsterns erstellte und prämierte Schülerzeitung „Spaceexpress“. 

1.2    Lehrerbildung

Lehrkräfte benötigen für die Vermittlung von Medienbildung sowohl eigene Medienkompetenz als auch medienpädagogische Kompetenzen. Das bedeutet, Lehrkräfte müssen mit den Medien und Medientechnologien kompetent und didaktisch reflektiert umgehen können, sie müssen gleichermaßen in der Lage sein, Medienerfahrungen von Kindern und Jugendlichen im Unterricht zum Thema zu machen, Medienangebote zu analysieren und umfassend darüber zu reflektieren, gestalterische und kreative Prozesse mit Medien zu unterstützen und mit Schülerinnen und Schülern über Medienwirkungen zu sprechen.

In diesem Sinne ist Medienbildung sowohl in den Bildungswissenschaften als auch in der fachbezogenen Lehrerausbildung der ersten und zweiten Phase in den Prüfungsordnungen ausreichend und verbindlich zu verankern.

Diese grundlegende Ausbildung für Lehrkräfte muss fortgeführt und ergänzt werden durch entsprechende bedarfsgerechte Qualifizierungs- und Fortbildungsangebote, in denen Medienkompetenz und medienpädagogische Kompetenzen für bestimmte Anwendungssituationen und Aufgabenstellungen im Zusammenhang von Schule und Unterricht vermittelt und erworben werden können.

1.2.1   Wiki BFZ

Das Wiki-BFZ ist eine Internetplattform für den Bereich Schule im Kreis und in der Stadt Offenbach auf der sich Menschen vernetzen können, aktuelle Informationen mitteilen und erhalten können. Jeder kann Informationen auf der Plattform einstellen. Die Dezentrale Schule unterstützt aktiv diese Form des Austausches und der Vernetzung.

1.2.2   IT-Café (Datensicherheit etc.)

Im Rahmen des Arbeitsvorhabens IT Medienbildungskonzept werden regelmäßig schulinterne Fortbildungen durchgeführt. Für die Kolleginnen und Kollegen der Dezentralen Schule besteht ein offenes Forum (IT-Café) für spezielle Schwerpunktthemen zum Beispiel des Datenschutzes, der Medienbildung und Nutzung, Computersucht und Social-Media.

1.2.3   Interne Schulung

Interne Schulungen werden bedarfsorientiert angeboten, wie zum Beispiel Facebook, Onlinediagnose, Smartboard, MTS und Datensicherheit.

1.3   Schulentwicklung

Um Medienbildung komplexen Prozess sinnvoll moderieren und steuern zu können, bedarf es eines sorgfältigen Planungsrahmens. Das hierzu erforderliche Medienbildungskonzept muss an die konkreten pädagogischen, organisatorischen, technischen und personellen Rahmenbedingungen der einzelnen Schule und ihres Umfeldes sowie an die vorhandenen Arbeits- und Nutzungsbedürfnisse angepasst werden.

1.3.1  Öffentlichkeitsarbeit und Homepage

Der Internetauftritt der Dezentralen Schule dient als Informationsportal. Sie wird durch einen Verantwortlichen aus dem Arbeitsvorhaben in enger Zusammenarbeit mit Schulleitung gepflegt und aktuell gehalten. Die entstehenden Kosten werden durch das Schulbudget getragen.

1.3.2 It-Café und AV IT

Das Forum IT-Café, welches im AV IT entwickelt wurde, soll als Arbeitskreis im Schulprogramm dauerhaft implementiert werden. In diesem Forum soll das Kollegium auch zu Neuanschaffungen und Empfehlungen im Bereich der Neuen Medien informiert und weitergebildet werden.  

1.3.3   Budgets und Fördergelder

Aus einer einzurichtenden Fachkonferenz IT und Medienbildung sollen Vorschläge an die Schulleitung der Dezentralen Schule zur Anschaffung von notwendigen Materialien gerichtet werden.

1.4    Ausstattung und technischer Support

Schulen benötigen eine anforderungsgerechte Ausstattung, damit die Schülerinnen und Schüler mit und über Medien lernen und arbeiten können. Dabei kommt es insbesondere darauf an, dass die erforderliche Hard- und Software dort verfügbar ist, wo Unterricht tatsächlich stattfindet – also auch außerhalb der klassischen Computerräume. Ausstattung, Vernetzung und Wartung der IT-Infrastruktur der Schulen ist in Abstimmung mit den Schulträgern im Rahmen von Medienentwicklungsplänen festzulegen. Dabei benötigen die Lehrerinnen und Lehrer Entlastung von der technischen Betreuung, um sich auf die pädagogischen Aufgaben beim Einsatz der digitalen Medien im Unterricht konzentrieren zu können.

1.4.1. Ausstattung Hardware und Software 

Die Ausstattung mit Hard- und Software erfolgt durch den Schulträger Kreis Offenbach, das Schulbudget der Dezentralen Schule und besondere Zuweisungen des Landes Hessen.

1.4.2   Kreisbezogener Support/interner Support

Der Support für die durch den Schulträger bereitgestellte Hard- und Software erfolgt durch die vom Kreis Offenbach beauftragten Unternehmen. Der Support für die durch das Schulbudget angeschaffte Soft- und Hardware erfolgt durch die IT Beauftragten.

1.5   Bildungsmedien

Sowohl Bildungsmedien, die nur für Unterrichtszwecke hergestellt werden, als auch andere bildungsrelevante Medienangebote, insbesondere Angebote der öffentlich-rechtlichen Rundfunk- und Fernsehanstalten sollten für die Nutzung in Schulen erschlossen, dokumentiert, und online verfügbar gemacht werden. Die Distribution dieser Medien geschieht über die regionalen Medienzentren, die Landesmedienzentren und/oder über die Länderportale. Die Nutzungsbedingungen für den Einsatz der Bildungsmedien in der Schule und die technische Infrastruktur sollen es den Lehrkräften sowie den Schülerinnen und Schülern ermöglichen, die digital verfügbaren Medien sowohl innerhalb als auch außerhalb der Schule für Unterrichtszwecke nutzen zu dürfen.

1.5.1   Medienzentrum der Stadt und des Kreises Offenbach

Mitarbeiter der Dezentralen Schule nutzen das Fortbildungs- und Medienangebot des Medienzentrums kostenfrei. Im Besonderen nutzt das das Kollegium der Dezentralen Schule die vom Medienzentrum zur Verfügung gestellten Medien im Rahmen der pädagogischen Arbeit.

1.5.2   Kompetenzzentum IT

Das Beratungs- und Unterstützungssystem der Kompetenzzentren der Bildungsregion Stadt und Kreis Offenbach am Main wurde mit dem Ziel ins Leben gerufen, durch die Planung und Durchführung entsprechender Fortbildungsangebote die Unterrichtsqualität an den Schulen nachhaltig und wirksam zu steigern. Das Kollegium der Dezentralen Schule unterstützt dieses Angebot insbesondere unter dem Aspekt einer weiteren Professionalisierung im Rahmen der pädagogischen Arbeit mit Neuen Medien im Bildungssektor.

1.5.3   Bildungsserver

Der Hessische Bildungsserver ist die zentrale Einstiegsseite für pädagogische Aspekte des hessischen Schulwesens. Er ist gleichermaßen eine Plattform für Information, Kommunikation und Kooperation. Hier finden sich Unterrichtsmaterialien, Fortbildungsveranstaltungen für Lehrkräfte, Informationen zu Schulen sowie Angebote in den Bildungsregionen. Die Dezentrale Schule unterstützt und nutzt die Angebote des Bildungsservers.

1.6    Urheberrecht und Datenschutz

Durch die hohe Verfügbarkeit von digitalen Medien und deren zunehmende Interaktivität stehen die Schulen auch vor neuen rechtlichen Herausforderungen: Vor allem auf den Gebieten Datenschutz, Jugendschutz und Persönlichkeitsrecht, Urheber- und Lizenzrecht müssen Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, Schulleitungen und Eltern sensibilisiert und unterstützt werden. Hierzu eignen sich etwa schulische Multiplikatorennetzwerke. Eine Zusammenarbeit mit anderen staatlichen Einrichtungen, zum Beispiel den Landesbeauftragten für Datenschutz oder den Beauftragten für Kriminalprävention, kann hierbei hilfreich sein.

1.7    Außerschulische Kooperationspartner

Die Schule sollte zur Vermittlung von Medienbildung sowohl innerschulisch als auch an außerschulischen Orten eng und verstärkt mit anderen Institutionen und Trägern zusammenarbeiten. Die Schülerinnen und Schüler und das Kollegium der Dezentrale Schule profitieren von der bedarfsgerechten Ausstattung im Rahmen der Neuen Medien durch den Kreis Offenbach in seiner Funktion als Schulträger. Ausserdem zählen neben Institutionen aus dem Bereich des Kinder- und Jugendmedienschutzes sowie des Datenschutzes insbesondere außerschulische Bildungs- und Kultureinrichtungen, Bibliotheken und öffentlich-rechtliche Medienanbieter ebenso wie Public Private Partnership-Kooperationen von Öffentlicher Hand mit der Kino-, Film- und Medienwirtschaft. Da der Umgang mit Medien familiär stark geprägt wird, kommt der Zusammenarbeit mit den Eltern beim Erwerb von Medienkompetenz eine große Bedeutung zu.

1.8    Qualitätssicherung und Evaluation

Medienbildung in der Schule muss einerseits selbst qualitativen Standards entsprechen, andererseits ist sie aber auch ein Merkmal und Bestandteil der Qualität von Schule und Unterricht und soll daher als Bestandteil von Qualitätsentwicklung auch im Rahmen der Beratung, Begleitung und Unterstützung der Schulen, der internen und externen Evaluation und Qualitätssicherung berücksichtigt werden. Dabei geht es unter anderem um die Frage, ob die Schule ein Medienbildungskonzept umsetzt sowie die Evaluierung von Medienbildungskompetenzen der Lehrkräfte durchführt.

 

„Wenn Leute zu mir über die ,digital divide‛ sprechen, denke ich nicht so sehr daran, wer Zugang zu welcher Technologie hat, als vielmehr daran, wer das Wissen hat, sich in dieser in dieser neuen Sprache des Films  auch auszudrücken und diese anzuwenden. Wenn Studenten die Sprache von Bild und Ton nicht beherrschen, sind sie dann nicht genauso Analphabeten, wie wenn sie von der Uni abgehen, ohne Schreiben und Lesen zu können?‟ [1]

(George Lucas, Filmemacher, Sept. 2004, Edutopia, Life on the Screen

2     #Hashtags, Epilog

Ein Hashtag (Neutrum, zusammengesetzt aus engl. hash für das Schriftzeichen Doppelkreuz [„#‟] und engl. tag für Markierung) ist ein mit Doppelkreuz versehenes Schlagwort, das dazu dient, Nachrichten mit bestimmen Inhalten oder zu bestimmen Themen in sozialen Netzwerken auffindbar zu machen.[2]

2.1    #Web2.0

Web 2.0, Wikipedia, WhatsApp, YouTube, diverse soziale Netzwerke – das Internet hat sich vor allem bei Kindern und Jugendlichen zu einem der führenden Kommunikationsmedien entwickelt. Die vielen Möglichkeiten der Information, des Austausches, des Lernens und der Unterhaltung sind im Kinderzimmer angekommen. Daher ist die Vermittlung von Kompetenzen im Umgang mit Medien ein zentraler Bestandteil schulischer Bildungsprozesse. Dazu zählen sowohl der verantwortungsvolle Umgang mit neuen Medien als auch der sinnvolle didaktische Einsatz im Unterricht sowie die Erprobung neuer Lehr-und Lernformen. Auch Lehrkräfte müssen die neuen Informationswege ihrer Schülerinnen und Schüler im Internet kennen und geeignete Techniken erlernen, um sich gemeinsam mit ihnen kritisch mit dem Thema auseinandersetzen zu können.[3]

2.2    #Medienkompetenz

Medienkompetenz hat sich mittlerweile zu einer neuen Kulturtechnik entwickelt, die Kinder und Jugendliche befähigt, Medienangebote sinnvoll auszuwählen und reflektiert zu nutzen, verstehen und bewerten zu können. Das schulische Bildungssystem steht vor der Herausforderung, diese neue Kulturtechnik in Unterrichtsprozesse zu integrieren, mit Medien im schulischen Kontext aktiv und inhaltsbezogen zu arbeiten und deren Wirkung, Chancen und Risiken mit Heranwachsenden adäquat zu reflektieren.‟[4]

2.3    #Medienbildung

Warum ist Medienbildung wichtig? Medienbotschaften sind in einer komplexen audio-visuellen ‚Sprache‘ formuliert, die ihren eigenen Regeln und Konventionen (‚Grammatik‘) folgt. Um sich durch diese Multimedia-Kultur sicher bewegen zu können, sollen Kinder diese audio-visuellen Sprachen sowohl ‚lesen‘ als auch ’schreiben‘ können. ‟[5]

2.4    #Medienundkinder

Medien sind für Kinder allgegenwärtig. Schon als Kleinkind kommt man mit Fernsehern, Hörspielkassetten oder dem Handy der Eltern, Spielkonsolen der älteren Geschwister in Kontakt. Umso wichtiger ist die möglichst frühzeitige Aufklärung in Sachen Medien um den Kindern einen sicheren und verantwortungsvollen Umgang damit zu ermöglichen und sie auf ein Leben voller Medieneinsatz und Medienkompetenz vorzubereiten. ‟[6]

2.5    #Lernerfolg

Verbessert die Digitalisierung den Lernerfolg? Falsche Frage. Denn die Vernetzung ist sowieso unausweichlich – es sollte also nur noch darum gehen, wie sie sinnvoll eingesetzt wird. Dabei ist nur eines sicher: Das Lernen selbst wird sich verändern…(…)

Soeben wurde die neue Pisa-Studie veröffentlicht. Der Tenor vieler Medienberichte ist: „Computer machen den Unterricht nicht automatisch besser.“ Das fasst die verbogene Rezeption in der Öffentlichkeit gut zusammen. Der Inhalt dieses Satzes ist verräterisch. Er steht für eine verbreitete gesellschaftliche Erwartungshaltung, das gegenwärtige Bildungssystem plus Computer oder Internet ergäbe automatisch irgendetwas. Als würde man ein Pfund Baumwolle und ein Schnittmuster in eine Schüssel werfen und hoffen, es würde dabei ein T-Shirt herauskommen…(…)

Es gibt Ideen, Konzepte, Fachdiskurse, unglaublich viele engagierte Lehrer, Netzwerke, Unternehmen. Aber im deutschen Bildungssystem schwindet die vorhandene Substanz immer weiter, während notwendige Veränderungen am System selbst mit einer Geschwindigkeit geschehen, gegen die die Kontinentaldrift hektisch wirkt.‟ [7]

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[1] http://schule.de/bics/son/wir-in-berlin/kubim/wissen/med-komp.pdf (05.03.2017) (diese Datei ist leider nicht mehr im Netz)

[3] https://kultusministerium.hessen.de/schule/medienbildung (03.11.2016) (dieser Link führt leider nicht mehr zu Ziel)