Sonderpädagogisches Beratungs-und Förderzentrum

Aufgaben der Dezentralen Schule

Seit ihrer Gründung im September 2004 haben wir unser Aufgabenspektrum immer weiter ausbauen und differenzieren können. Dabei gaben sowohl die Bedürfnisse von Schülern und Kooperationsschulen als auch schulpolitische Neuerungen Impulse zur Schaffung neuer Strukturen und Arbeitsbereiche. Zum besseren Verständnis fasst die Grafik die Angebotsstruktur der Dezentralen Schule zusammen:

Kern aller pädagogischen Bemühungen der Schule ist es, Kindern und Jugendlichen mit Beeinträchtigungen in der emotionalen und sozialen Entwicklung, die häufig unter erschwerten familiären und sozioökonomischen Bedingungen leben, die erfolgreiche Teilnahme am Unterricht in der wohnortnahen Schule zu ermöglichen. Insofern fühlen wir uns den Grundsätzen der inklusiven Pädagogik verpflichtet wie sie im Nachklang auf die „UN-Menschenrechtskonvention zum Schutz der Rechte von Menschen mit Behinderungen“ in den Schulen zu verwirklichen ist. Zur Bewerkstelligung dieser Aufgabe haben wir Förderangebote entwickelt, die die unterschiedlichen Entwicklungsbedürfnissen der Schüler aber auch die Bedarfe der Regelschulen berücksichtigt. Die einzelnen Arbeitsfelder unterscheiden sich im Hinblick auf Auftrag, Zielsetzung, Methoden und zeitliche Ressourcen.

Vorbeugende Förderung

In der Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung von Kindern in der Grundschule und zunehmend auch der weiterführenden Schule stellen die präventiven Maßnahmen ein wesentliches Element dar. Das Konzept hat sich aus dem ursprünglichen „Kleinklassen-Modell“ aus dem Jahr 1977 weg von einer Förderung erziehungsschwieriger Schüler in kleinen Gruppen hin zu einem präventiven Ansatz entwickelt, der sich an alle Kinder, Lehrer und Eltern einer Schule richtet. Wir arbeiten zurzeit an 12 Standorten. Die Arbeit ist niedrigschwellig angelegt. Systembezogen liegt der Fokus der Arbeit darauf, die Schulen in ihrer konzeptionellen Ausrichtung mit dem Ziel eines konstruktiven Umgangs mit Vielfalt und Differenz zu unterstützen. Zurzeit wird dieses Konzept überarbeitet und den aktuellen Entwicklungen angepasst.

Beratung

Im Kreis Offenbach gibt es seit dem Schuljahr 2008/2009 sechs sonderpädagogische Beratungs- und Förderzentren (BFZ). Die Nachfrage der Regelschulen nach sonderpädagogischer Unterstützung bei Problemlagen im Bereich des Verhaltens ist sehr hoch, nach vorsichtiger Einschätzung etwa 75 % aller Anfragen der regionalen BFZ. Die Arbeit unseres Beratungsteams setzt erst auf einem sehr hohen Level von Problemlagen an, bei denen Beratungslehrkräfte der regionalen BFZ trotz guter fachlicher Kompetenzen an Grenzen stoßen. Deshalb werden die bestehenden Fördersysteme durch die speziellen Kompetenzen unseres Beratungsteams unterstützt, jedoch nicht aus ihren gesetzlich definierten bisherigen Aufgaben entlassen. Das Beratungsteam wird somit immer nur nachrangig nach durchgeführter und dokumentierter Unterstützung durch die regionalen BFZ tätig. Dabei sollte der zeitliche Umfang von einer Stunde pro Woche nicht überschritten werden.

Die Zielgruppen und Beratungsanlässe, bei denen das Beratungsteam von den regionalen BFZ hinzugezogen werden kann, werden wie folgt definiert:

  • Kinderschutz-Fälle (körperliche, sexuelle oder extreme seelische Misshandlungen, auch zur Klärung in begründetem Verdachtsfällen)

  • Massive seelische Erkrankungen oder Krisen (z.B. Suizidale Gefährdungen, Psychosen im Kindes- und Jugendalter);

  • Kollegiale Beratungen und Fallanalysen im Vorfeld von Förderausschüssen zu Feststellung des Anspruchs auf sonderpädagogische Förderung im Bereich soziale und emotionale Entwicklung

  • besonders komplizierte oder hoch eskalierende Beratungsverläufe.

Inklusive Beschulung

Seit dem Schuljahr 2012/2013 wurden die seit der Gründung der Schule primären Aufgaben der „ambulanten Förderung“ und des „gemeinsamen Unterrichts“ in die neue schulrechtliche Form der „Inklusiven Beschulung“ überführt. Inklusive Beschulung erfüllt den Anspruch von Schülerinnen und Schülern mit besonderen Entwicklungsbedürfnissen im Bereich des sozialen und emotionalen Lernens auf qualifizierte sonderpädagogische Förderung in allen Schulformen. Zeigt sich im Verlauf der schulischen Entwicklung, dass vorbeugende Maßnahmen nicht ausreichen, wird in einem Förderausschuss auf der Grundlage einer förderdiagnostischen Stellungnahme der rechtliche Anspruch auf sonderpädagogische Förderung festgestellt. Gesichert durch eine Kooperationsvereinbarung zwischen der allgemeinbildenden Schule und uns wird ein passgenaues flexibles Fördersetting für die betroffenen Schülerinnen und Schüler entwickelt. Die konkrete Ausgestaltung, die vielfältige Fördermethoden umfassen kann, wird in enger Kooperation mit dem Lehrerteam, den Eltern und den Schüler erarbeitet und in einem Förderplan festgeschrieben, der mindestens halbjährlich evaluiert wird. 

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