Sonderpädagogisches Beratungs-und Förderzentrum

Jahresbericht Schuljahr 2014/2015

 

A) Strukturdaten

 

1. Allgemeines

Die Arbeit unserer Schule wurde im 11. Jahr erfolgreich und mit unverändertem Auftrag fortgesetzt.

 

Zum Schuljahr 2014/15 startete die Modellregion Inklusion im Kreis Offenbach mit einer Auftaktveranstaltung im Kreishaus Dietzenbach am 17.10.2014. Hier wurde auch der Modellversuch „Begabungsgerechte Schule“ eingebunden, der zum Schuljahr 2012/13 beendet wurde.

Die Modellregion Inklusion soll bis zum Schuljahr 2018/19 die Schulen auf ihrem Weg zur Inklusion unterstützen.

Erschwert wurde dieses Vorhaben leider durch den Wechsel der Dezernentin für Sonderpädagogik vom Staatlichen Schulamt Offenbach an das hessische Kultusministerium, die Stelle war dann vakant.

 

Für uns stand das Schuljahr 2014/15 im Zeichen des 10jährigen Bestehens unserer ungewöhnlichen Schule, das wir mit einem Fachtag am 17.04.2015 im Kreishaus Dietzenbach feierten. Etwa 180 Personen besuchten die Veranstaltung im Kreistagssitzungssaal, darunter waren ca. 75 Schulleitungsmitglieder aus dem Staatlichen Schulamt Offenbach und auch aus Hessen angereist. Neben Fachvorträgen von Frau Prof. Dr. Ingrid Herz aus Hannover und Herr Min.Rat a.D. Dieter Lerch, Grußworten von Frau Claudia Keck (Referentin für Sonderpädagogik im hessischen Kultusministerium), Herrn Dr. Peter Bieniußa (Amtsleiter Staatliches Schulamt Offenbach), Herrn Oliver Quilling (Landrat des Kreises Offenbach) und Frau Elke Tomala-Brümmer (Leitung des Fachdienstes Pädagogische Schulentwicklung beim Kreis Offenbach) kamen Historie  und Humor nicht zu kurz. Alle Referenten/innen und viele Teilnehmer/innen meldeten sehr viel Anerkennung, Wertschätzung und Respekt vor der geleisteten Arbeit zurück.

In den lokalen Zeitungen wurde die Arbeit der Dezentralen Schule dargestellt und gewürdigt. Insbesondere die gelingende Kooperation aller Beratungs- und Förderzentren sowie die hervorragende Vernetzung zwischen Schule, Jugendhilfe und Gesundheitssystem im Kreis Offenbach wurde als erfolgreiches Modell für die bestmögliche Förderung von Schülerinnen und Schülern mit Verhaltensauffälligkeiten bezeichnet. 

 

Am Ende des Schuljahres 2014/15 konnte diese gute Zusammenarbeit zwischen den regionalen Beratungs- und Förderzentren im Kreis Offenbach in eine Kooperationsvereinbarung gefasst werden. Hier wurden die bewährten Strukturen und Aufgabenteilungen zwischen den regionalen Beratungs- und Förderzentren (Don-Bosco-Schule, Helen-Keller-Schule, Friedrich-Fröbel-Schule und Georg-Büchner-Schule) sowie den Schwerpunkt-Beratungs- und Förderzentren (Janusz-Korczak-Schule und Dezentrale Schule) festgehalten.

 

2. Arbeitsbereiche der DFE

Wie bereits in den Vorjahren boten wir in einem gestuften Verfahren folgende Unterstützungsmöglichkeiten an:

 

a)          Beratung

Die allgemeine Beratung hinsichtlich der emotionalen und sozialen Entwicklung von Schüler/innen übernehmen die regionalen Beratungszentren im Kreis Offenbach. In Absprache mit diesen werden wir bei besonders schwierigen oder komplexen Fragestellungen mit der Beratung von Schulen und Eltern beauftragt.

Die Zusammenarbeit mit den regionalen Beratungs- und Förderzentren, dem Allgemeinen Sozialen Dienst des Kreises Offenbach und der Vitos-Ambulanz der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Dietzenbach wurde weiterentwickelt.

 

b)          Vorbeugende Förderung

Im Bereich der vorbeugenden Förderung stehen systembezogene Unterstützungsangebote im Rahmen der unterschiedlichen Bedarfe an den allgemeinen Schulen im Mittelpunkt unserer Arbeit. Hier werden vielfältige Methoden und Angebote gesetzt, die sich prinzipiell immer an alle Schüler/innen, Lehrkräfte oder Eltern einer Schule richten, nicht nur an umschriebene Risikogruppen. Die konkreten Angebote (s. Jahresbericht 2013/14) wurden nahezu unverändert fortgesetzt.

Die Schulnetzwerk-Gespräche „TiP“ (Team inklusive Pädagogik) wurden an weiteren Schulen implementiert und konzeptionell weiterentwickelt.

 

An 11 Schulen (s. Jahresbericht 2013/14) wurden schulbezogene präventive Förderung im Rahmen dezentraler Erziehungshilfe (früher: „Kleinklasse für Erziehungshilfe“ – neuer Begriff: vorbeugende Maßnahmen) angeboten. Mit diesen präventiven Angeboten erreichten wir an 11 Standorten jeweils durchschnittlich ca. 40 Schüler/innen wöchentlich, insgesamt etwa 378 Schülerinnen und Schüler.

 

Im Rahmen eines Konzeptionstages (Juni 2014) wurde eine Kooperationsvereinbarung vorbereitet. In der Kooperationsvereinbarung zwischen der DFE und den allgemeinen Schulen wird laut VOSB der Auftrag im Bereich der vorbeugenden Maßnahmen benannt und im Einzelfall konkretisiert. Ebenfalls werden zeitliche und räumliche Ressourcen aufgeführt.

 

c)          Inklusive Beschulung

Die Dezentrale Schule förderte wie in den Vorjahren alle Schüler/innen mit dem Anspruch auf sonderpädagogische Förderung im Schwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung, die in inklusiver Beschulung an den allgemeinen Schulen im Kreis Offenbach unterrichtet werden.

 

d)          Lernstern – Schule in der Tagesklinik

In der Abteilung Lernstern, der Schule für Kranke in der kinderpsychiatrischen Tagesklinik Dietzenbach, wurden zeitgleich jeweils 12-13 seelisch kranke Schüler/innen in akuten Krisen mit einer Verweildauer von durchschnittlich 4-5 Monaten aus Kreis und Stadt Offenbach beschult. Die unterrichtliche Arbeit  wurde den Bedingungen und dem Bedarf unserer kranken Schüler/innen angepasst und fand in enger, guter Kooperation mit der Vitos-Klinik statt.

 

So konnten in diesem Jahr 38 Schüler/innen in unserer Abteilung Lernstern trotz ihrer Erkrankung mit Erfolg lernen. Während der Beschulung im Lernstern fand immer eine intensive Zusammenarbeit mit der Heimatschule statt. Ziel der Förderarbeit war neben der Stabilisierung und Gesundung des/r Schüler/in das Entwickeln einer passenden schulischen Perspektive. Im Netzwerk (Schüler/innen, Eltern, Lehrkräften, Jugendhilfe-Fachkräften, Therapeuten/innen und Fachärzten/innen, Schulpsychologen/innen) wurden individuelle Förderkonzepte und die Rahmenbedingungen für die Rückführung in eine Stammschule erarbeitet. Die Rückführung wurde von unseren Lehrkräften entweder aus dem Bereich der vorbeugenden Maßnahmen oder, bei entsprechendem Bedarf, der inklusiven Beschulung begleitet.

Lernstern-Schüler/innen aus Offenbach wurden in Kooperation mit der Erziehungshilfeabteilung der Ludwig-Dern-Schule in ihre Stammschulen zurückbegleitet.

Die Arbeit des Lernsterns mit den Möglichkeiten als Abteilung der Dezentralen Schule  sorgte zum wiederholten Mal für bundesweites Interesse und Anerkennung, z. B. bei der SCHUPS-Tagung (Kongress für Schule und Psychiatrie).

 

 

e)            Projekt NEUSTART

Im Projekt NEUSTART gelang es nun im zweiten Jahr acht schulabsenten Jugendlichen mit instabiler emotionaler Verfassung, seelischer Erkrankung und ihren Erfahrungen von Wert- und Erfolgslosigkeit, das Erleben von schulischem Erfolg zu ermöglichen.

Die tägliche Beschulung der sehr heterogenen Lerngruppe fand in Kooperation mit der Tagesgruppe, die von der AGS e.V. durchgeführt wurde, täglich von 10.00 bis 12.15 Uhr in Doppelbesetzung der Lehrkräfte statt. Sie gab den Jugendlichen die Möglichkeit, sich trotz der langen Schulferne und der negativen Erfahrungen als Schüler neu zu erleben.

Alle Schüler konnten zwei Berufspraktika (November und März) absolvieren.

Fünf Schülern gelang es in NEUSTART einen Schulabschluss zu erreichen. In Kooperation mit der Heinrich-Mann-Schule Dietzenbach, die die Durchführung der Prüfungen inhaltlich begleitete und die Unterlagen zur Verfügung stellte, konnten vier Schüler zum Hauptschulabschluss geführt werden. Einem Schüler gelang in Kooperation mit der Helen-Keller-Schule das Erreichen des Berufsorientierten Abschlusses.

 

f)           Brückenbeschulung als Einzelbeschulung

Für 10 Schüler/innen, die zu krank waren, um eine Regelschule besuchen zu können und zum Teil bereits aus der Kinder- und Jugendpsychiatrie entlassen worden waren, ergab sich die Notwendigkeit eine Brückenbeschulung in Form einer Einzelbeschulung anzubieten. Diese fand 2-3mal die Woche für je zwei bis drei Schulstunden in wohnortnah gelegenen Schulen oder im Kreishaus Dietzenbach statt. Der Unterricht dient der Stabilisierung und der Aufrechterhaltung von Lernen mit Erfolg trotz Krankheit bei fehlender Möglichkeit für Regelbeschulung. Er endet mit einer Aufnahme in eine passende stationäre Einrichtung.

 

 

3. Schülerzahlen

Die diesjährige Statistik für unsere Schüler/innen wurde wieder mit der Lehrer- und Schüler-Datenbank (LUSD) erstellt. Die Platzzahlen der Lernstern-Schule in der Vitos-Tagesklinik Dietzenbach werden vom hessischen Sozialministerium gemeldet.

 

Schüler/innen der Dezentralen Förderschule, Stichtag 01.11.2014

 

„aktive“ Schüler/innen in Neustart und Einzelunterricht

20

externe Schüler/innen in inklusiver Beschulung

103

präventive Unterstützung und Beratung, ca.

390

2 Klassen in der Tagesklinikschule Lernstern

12

Gesamtzahl der geförderten Schüler/innen

525

 

Der Anteil der Jungen an der Gesamtzahl aller in iB geförderten Schüler ist nach wie vor extrem hoch (ca. 80%). Bei den vorbeugenden Maßnahmen ist das Geschlechterverhältnis annähernd ausgeglichen. Die Schüler/innen verteilen sich relativ gleichmäßig auf Grundschule (46%) und Sekundarstufen-Schulen (54%).

 

 

4. Personelle Ressourcen

Im Schuljahr 2014/15 vergrößerte sich das Kollegium um etwa 1,5 Vollzeitstellen. Einige Kollegen/innen stockten ihre Stellen auf, eine neue Kollegin wurde eingestellt. Somit wuchs das Kollegium um 1 Person, allerdings konnten freie Stellen (wg. Krankheit, Fortbildung, Mutterschutz etc.) nicht nachbesetzt werden, da keine Vertretungskräfte zu finden waren.

Die Zahl der Jugendhilfe-Mitarbeiter/innen des Kreises Offenbach blieb hierbei mit 4 Kollegen/innen auf 3 Stellen konstant, wobei es einen Mitarbeiterwechsel gab und die Stellenbesetzungssperre des Kreises Offenbach eine zeitnahe Stellenbesetzung leider verhinderte.

 

Gesamtzahl Stellen (Vollzeit)

32

verteilt auf:

 

Förderschullehrer/innen

16

Sozialpädagogen/innen (auch Kunsttherapeuten, andere päd. Ausbildungen)

18

Lehrkräfte an allgemeinen Schulen

4

Jugendhilfe-Team                                       

4

Lehrkräfte und päd. Mitarbeiter/innen insgesamt

42

 

5. Räumliche und sächliche Ressourcen

Im Kreishaus standen drei voll ausgestattete Büroräume für die Verwaltungskraft und die Schulleitung zur Verfügung, ebenso ein Arbeitszimmer für Lehrkräfte sowie ein fester Besprechungsraum in direkter räumlicher Nähe zum Schulleitungsbüro.

Weitere zwei Büros nutzen die Mitarbeiter/innen der Jugendhilfe des Kreises Offenbach. Für Konferenzen konnte die DFE weiterhin auf Konferenz- und Besprechungsräume, die bei Bedarf gebucht werden, sowie auf den kreishausinternen Service (IT, Hausmeister, Reinigungskräfte) zurückgreifen.

Die eigentliche Förderarbeit mit den Schüler/innen, Eltern oder die kollegiale Beratung mit Lehrkräften fand wie bisher in den  Räumlichkeiten der kooperierenden Regelschulen statt.

 

Der Kreis Offenbach stellte uns eine Schulsekretärin zur Verfügung, der Fachdienst Schulservice sicherte ein Budget für Sachmittel für die laufende Arbeit. Ebenso konnte das Kleine Budget des Landes Hessen für Fortbildung, Vertretungsunterricht, Lehr- und Lernmittel sowie pädagogischen IT-Support eingesetzt werden.

 

Unsere Abteilung Lernstern befindet sich im 2. Obergeschoss über der Vitos – Tagesklinik Dietzenbach Dort gibt es drei Lernräume, ein Lehrerzimmer und eine kleine Küche.

Innerhalb des Projekts NEUSTART, im Europahaus  befinden sich ein Klassenraum und ein Differenzierungsraum, der auch als Besprechungsraum für Teamsitzungen genutzt wird.

 

6. Kooperationsschulen

Die DFE arbeitete im Berichtszeitraum mit 49 Kooperationsschulen zusammen. Somit war die DFE im Berichtszeitraum in etwa 67% aller Grund- und Sekundarstufen-Schulen (insgesamt 73) im Kreis OF präsent. Davon waren wir in allen Sek-I-Schulen (16 von 16 Schulen, ohne Gymnasien) tätig. Die Kooperationsschulen verteilten sich recht gleichmäßig auf das Kreisgebiet.

 

B) Prozessdaten 

 

1.  Besprechungs- und Reflexionsstrukturen

Es wurden wie bisher vier regionale Teams gebildet: Team Ost, Team Rodgau, Team Dietzenbach, Team West, die sich regelmäßig wöchentlich zu Dienstbesprechung, Fallreflexion und Planung der pädagogischen Arbeit trafen. Externe Supervisionen hatte jedes Team an acht Terminen pro Schuljahr. Hier nahmen alle Förderlehrkräfte der verschiedenen Arbeitsbereiche teil. Gesamtkonferenzen fanden einmal monatlich statt.

 

Das Lernstern-Team und das Neustart-Team trafen sich einmal wöchentlich. Auch im Neustart-Projekt wurde die pädagogische Arbeit durch externe Supervisionen begleitet.

Die Konzeptionsentwicklung in NEUSTART wurde begleitet und fachlich gesteuert:

–    von der Schulentwicklungsberatung des Schulamtes Offenbach, Frau Dennhof an drei Konzeptionstagen (03.11.2014, 16.03.2015, 20.07.2015)

–    durch Beiratssitzungen, in denen jeweils ein Vertreter/in des Jugendhilfeträgers, ein Vertreter/in des staatlichen Schulamtes, die Schulleitung der Dezentralen Schule, der Vorstandsvorsitzende/r des AGS e.V. und der Projektleiter teilnahmen (12.02.15, 02.07.15).

 

Zur schulinternen Fortbildung veranstalteten wir eine Klausurtagung am 24./25.04.2015 in Bad Soden-Salmünster zum Thema Professionelle Intervision nach TZI (Themenzentrierte Interaktion), Referenten waren Herr Prof. Dr. H. Reiser und Frau G. Liebens vom Ruth-Cohn-Institut in Hannover.

 

2.  Schulprogrammarbeit

In der Weiterentwicklung der Schulprogrammarbeit wurden wir von der Schulentwicklungsberatung des Schulamtes Offenbach, Frau Dennhof, unterstützt.

Es wurde im Wesentlichen der Fachtag zum 10jährigen Jubiläum vorbereitet und inhaltlich gestaltet. Die üblichen Arbeitsvorhaben wurden daher in diesem Schuljahr ausgesetzt.

 

3. Die Arbeit der Koordinierungsstelle

Die Koordinierungsstelle (KOST) zwischen Kreis Offenbach und Staatlichem Schulamt OF traf sich zweimal im Jahr. Im Zentrum standen der Informationsaustausch und grundsätzliche konzeptionelle Überlegungen zur Inklusion, ebenso die veränderten Anforderungen in der Jugendhilfe.

 

4. Vernetzung und Kooperation

In der Zusammenarbeit des Lernsterns findet eine sehr enge Kooperation mit der Vitos- Tagesklinik statt.

Eine gute Zusammenarbeit bestand auch in diesem Jahr wieder zwischen der Abteilung Lernstern mit den Kollegen/innen der Ludwig-Dern-Schule/Erziehungshilfeabteilung, Offenbach.

Auch in der Kooperation mit der AGS konnten die erarbeiteten Strukturen verfestigt und weiterentwickelt werden. Wöchentliche Teamsitzungen, tägliche Übergaben vor und nach dem Unterrichtsblock, gemeinsame Supervisionen und Konzeptionstage gewährleistete so im Projekt Neustart gegenseitige Informationen, Absprachen und Planungen.

 

Die AG Sonderpädagogik und Schulpsychologischer Dienst in Stadt und Kreis Offenbach tagte zweimal und arbeitete im Wesentlichen an der Evaluation zur Kooperationsvereinbarung Kinderschutz zwischen den Schulen und dem Jugendamt im Kreis Offenbach.

C) Ergebnisdaten 

Die Bereiche Beratung und inklusive Beschulung wurden mit Fragebögen für Klassenlehrkräfte und Förderlehrkräfte evaluiert.

Im Lernstern, der Schule in der Tagesklinik, werden die Schülerzahlen mit Rückführung benannt.

In Neustart-Projekt für schulabsente Jugendliche werden die Themen  Anwesenheit und  Schulerfolg als Ergebnisse aufgeführt.

 

1.           Evaluation der Beratungsangebote:

Es wurden 120 Fragebögen verschickt. Der Rücklauf der anonymisierten Fragebögen betrug 59 (N=59 von 120).

 

Gefragt wurde nach der Zufriedenheit der beratenen Lehrkräfte hinsichtlich des Beratungsprozesses, 

des Umfangs der Beratung, der Rahmenbedingungen und des Zugangs.

Die Ergebnisse können den Diagrammen entnommen werden.

Der Beratungsprozess (94%) und die Rahmenbedingungen (86%) werden größtenteils als zufriedenstellend erlebt. 

Mit dem Umfang der Unterstützung sind 70% und mit dem Zugang zur Beratung 88% „völlig oder oft zufrieden“.

 

Daten aus SJ 2014/15

 

Wie zufrieden sind Sie in Bezug auf

Völlig zufrieden

meist zufrieden

geht so

eher schlecht

unzufrieden

völlig unzufrieden

Beratungsprozess

62,7%

30,5%

5,1%

1,7%

0,0%

0,0%

Umfang der Unterstützung

54,2%

16,9%

20,3%

5,1%

3,4%

0,0%

Rahmenbedingungen der Beratung

64,4%

27,1%

8,5%

0,0%

0,0%

0,0%

Zugang zur Beratung

59,3%

28,8%

8,5%

0,0%

1,7%

11,7%

 

 

 

 

 

 

 

2.  Evaluation der inklusiven Beschulung (iB)

Zum Stichtag 1.11.2014 waren insgesamt 103 Schüler/innen in iB statistisch erfasst, im Laufe des Jahres wechselten 11 Schüler an stationäre Förderschulen oder zogen um.

Am Ende des Schuljahres 14/15 konnte bei 20 Schüler/innen der Anspruch aufgehoben werden, 4 Schüler machten einen Schulabschluss.

Es wurden 41 Förderausschüsse durchgeführt, bei 33 Schülern wurde der Anspruch auf sonderpädagogische Förderung im Bereich emotionale und soziale Entwicklung einvernehmlich beschlossen. Bei 8 Schüler/innen reichten vorbeugende Maßnahmen aus. Ein Förderausschuss wurde vom Schulamt entschieden.

15 Schüler/innen in inklusiver Beschulung wechselten zum SJ 15/16 nach Kl. 5, der iB wurde verlängert und in der Regel gingen die Förderlehrkräften mit an die nächsten Schule.

Die abgeschlossenen Förderungen im Rahmen der inklusiven Beschulung wurden unter folgenden Aspekten  evaluiert:  

–      Fortschritte des Schülers/der Schülerin (Wirksamkeit)

–      Zusammenarbeit zwischen den Lehrkräften (Prozesse, Kooperation)

–      Rahmenbedingungen der Inklusion (Struktur)

–     

 

 

Auswertung der Befragung von Förderlehrkräften

 

Rücklauf: 92 von 92 Fragebögen (100%)

 

 

Fortschritte des Schülers

Zusammenarbeit mit

Rahmenbedingungen

 

im emotionalen/sozialen Bereich

Klassenlehrkräften

der inklusiven Beschulung

völlig zufrieden

23,9%

47,8%

22,8%

oft zufrieden

51,1%

40,2%

58,7%

geht so

9,8%

9,8%

15,2%

eher schlecht

7,6%

2,2%

2,2%

unzufrieden

6,5%

0,0%

1,1%

völlig unzufrieden

1,1%

0,0%

0,0%

 

 

 


 

 

 

Auswertung der Befragung von Klassenlehrkräften

 

 

Rücklauf:

64 von 92 Fragebögen

69,6%

 

 

 

 

Fortschritte des Schülers

Zusammenarbeit

Rahmenbedingungen

 

 

im emotionalen/sozialen Bereich

mit Förderlehrkräften der DFE

der inklusiven Beschulung

 

 

völlig zufrieden

25,0%

82,8%

9,3%

 

 

oft zufrieden

37,5%

14,0%

34,3%

 

 

geht so

23,4%

1,5%

32,8%

 

 

eher schlecht

9,3%

1,5%

10,9%

 

 

unzufrieden

3,1%

0,0%

9,3%

 

 

völlig unzufrieden

1,5%

0,0%

3,1%

 

 

 

Die Rücklaufquote der Fragebögen ist ähnlich hoch wie in den Vorjahren, alle Förderschullehrkräfte und etwa 2/3 der Klassenlehrkräfte sandten die Fragebögen (anonymisiert) zurück.

 

Außerordentlich hoch ist mit ca. 86% der Rückmeldungen („völlig zufrieden“ bis „geht so“),  übereinstimmend bei Klassenlehrkräften und Förderlehrkräften, die Zufriedenheit mit den Entwicklungsverläufen der Schüler/innen.

Sehr positive Rückmeldungen gaben alle Lehrkräfte übereinstimmend hinsichtlich der Kooperation zwischen Klassen- und Förderlehrkräften (ca. 98% positive Rückmeldungen).  

 

Die Rahmenbedingungen der Inklusion werden von den Klassenlehrkräften ähnlich kritisch gesehen wie im Vorjahr, dennoch überwiegen die positiven Rückmeldungen:

SJ 14/15: positive (ca. 76,6%) zu negativen Einschätzungen (23,4%).

 

In den erläuternden Bemerkungen wurde häufig die Zufriedenheit der Regelschullehrkräfte in der Kooperation mit den Lehrkräften der DFE geäußert. Wie bereits in den Vorjahren wurden die Zusammenarbeit mit konkreten Personen und individuelle Fallverläufe sehr wertschätzend und mit Dank zurückgemeldet. Als Kritik wurden weiterhin vor allem mangelnde zeitliche Ressourcen insbesondere von den Klassenlehrkräften benannt.

Viele Lehrkräfte nutzten die Evaluationsbögen zu einer ausführlichen verbalen Rückmeldung. Diese teilweise sehr interessanten Rückmeldungen werden im Anhang zu diesem Jahresbericht dokumentiert.

In der Auswertung negativer Fallverläufe war häufig die Kooperationsbeziehung der beteiligten Lehrkräfte sehr gut, dies bestätigt wieder die Ergebnisse aus den Vorjahren, dass sich negative Fallverläufe in einer guten Kooperation besser aushalten und miteinander tragen lassen.

 

Im Lernstern, der Schule in der Tagesklinik werden die Schülerzahlen mit der Art der Rückführung aus der Schule für Kranke in ihre jeweiligen Stammschulen oder neue allgemeine Schulen und/oder Förderschulen benannt.

Für NEUSTART wird der Schulerfolg als Ergebnis aufgeführt.

Bei der Brückenbeschulung werden die Schülerzahlen und die Dauer der Einzelbeschulung mit der Art der schulischen Einrichtung benannt, in die diese führte.

 

 

 

3) Evaluation der Arbeit im Lernstern – Schule in der Tagesklinik

Die Rückführung der 38 Schüler/innen aus dem Lernstern wurde von der Dezentralen Schule entweder als beratende oder inklusive Begleitung der Schulen durchgeführt.

 

 

Beratende Begleitung

inklusive Beschulung

allgemeine Schulen

19

12

Schulen f. Erziehungshilfe/Kranke

7

 

insgesamt

26

12

 

Nach eingehender Diagnostik und Beratungstätigkeit ergab sich für sieben Schüler/innen die Notwendigkeit in stationären Fördereinrichtungen außerhalb des Kreises beschult zu werden.

Da für drei Schüler/innen in diesem Schuljahr keine Einrichtung mehr die Möglichkeit für eine Aufnahme hatte, wurden sie nach dem Klinikaufenthalt zur Überbrückung von der Dezentralen Schule einzeln beschult.  

21 Schüler/innen benötigten nach ihrer Zeit im Lernstern einen Neuanfang an einem neuen Förderort, da die mit ihrer Erkrankung einhergehenden negativen Erfahrungen an den ehemaligen Stammschulen als zu belastend erlebt worden waren, um dorthin zurückkehren zu können.

 

4) Schulabschlüsse im Projekt NEUSTART

Fünf Schüler hatten  in diesem Jahr die Möglichkeit Im Projekt NEUSTART ihren Abschluss zu machen. Alle Fünf haben ihn erreicht. Folgende Ergebnisse wurden dabei erzielt:

–      Zweimal qualifizierter Hauptschulabschluss mit den Noten: 1,9 und 2,5

–      Zweimal Hauptschulabschluss mit den Noten 2,8 und 3,3

–      Einmal Berufsorientierter Abschluss mit der Note 2 

 

5.) Brückenbeschulung

Die Brückenbeschulung erhielten in diesem Schuljahr 10 Schüler/innen im Alter zwischen sechs und sechzehn Jahren.

 D) Ausblick für das Schuljahr 2015/2016 

1.   Personelle Situation

Im Schuljahr 2015/16 werden wir viele personelle Veränderungen haben, da drei langjährige Kolleginnen auf Schulleitungsstellen an anderen Schulen wechseln und der befristete Vertrag einer Kollegin nicht verlängert wurde. Im neuen Schuljahr wird der Dezentralen Schule  eine weitere Stelle im Rahmen der Modellregion Inklusion zur Verfügung gestellt werden.

 

2.   Neuzusammensetzung der regionalen Teams 

Nach ersten Planungen werden etwa 8 neue Kollegen/innen an unsere Schule kommen. Daher ist es nötig, die Teams neu zu strukturieren, damit Heterogenität sich auch in den regionalen Teams wiederfinden kann (neue/erfahrene Kollegen/innen, Lehrer/Sozialpädagogen, Anteil Geschlechterverhältnis, etc.). Wir werden auch eine neue Zeitstruktur für alle Teams ausprobieren (Teamtag: Montag), damit ein besserer Erfahrungsaustausch möglich wird.

 

3.   Schülerzahlen

Im neuen Schuljahr 2015/16 wird es vermutlich keine wesentlichen Veränderungen im Angebot und Umfang unserer Arbeit geben.

 

 

Juli 2015

 

 

 

 

 

Edeltraud Ehlert                   Elke Buschardt-Schäfer              Christina Baum

Förderschulrektorin                        Förderschulkonrektorin             Förderschulkonrektorin

Schulleitung der DFE            stv. Schulleitung                       z.W.v.SLA