Sonderpädagogisches Beratungs-und Förderzentrum

Jahresbericht Schuljahr 2013/2014 

A) Strukturdaten

 

1. Allgemeines

 

Die Arbeit unserer Schule wurde im 10. Jahr erfolgreich fortgesetzt. Es ergaben sich zunächst keine Veränderungen hinsichtlich des Auftrags unserer Schule. Die Stellenkürzungen im Vergleich zum Vorjahr mussten vorwiegend im Bereich vorbeugende Maßnahmen umgesetzt werden.

 

Das Schuljahr 2013/14 war stark geprägt von Konflikten in der Umsetzung gesetzlicher Vorgaben zur Inklusion in Hessen. Eine große Herausforderung war die Linie des hessischen Kultusministeriums, die Förderschwerpunkte Lernen, Sprache und Verhalten sollten in den regionalen Beratungs- und Förderzentren zusammengefasst und mit möglichst wenig Förderlehrkräften in den allgemeinen Schulen im Sinne einer Sonderpädagogik „aus einer Hand“ realisiert werden. Dies stand in Widerspruch zur Konzeption unseres BFZ und der gesamten bisherigen Organisation der BFZ-Arbeit im Kreis Offenbach. Dennoch konnten Auftrag und die Organisationsform der Dezentralen Schule unverändert fortgesetzt werden.

 

Zum ersten Mal mussten Förderlehrkräfte der Dezentralen Schule auf Anweisung des HKM und des SSA OF für Förderungen in inklusiver Beschulung an die allgemeinen Schulen abgeordnet werden. Da eine solche Abordnung nicht mit unserem sonderpädagogischen Konzept der flexiblen, passgenauen Förderung kompatibel ist, war dies eine sehr schwierige, nur mit großer Kompromissbereitschaft seitens des Kollegiums umsetzbare Vorgabe.

 

Zu Schuljahresanfang stand die Frage eines Umzugs der Dezentralen Schule in die Räume der Helene-Lange-Schule, Rödermark im Raum. Diese Überlegungen zerschlugen sich jedoch.

 

Die Stelle einer zweiten Förderschulkonrektorin zur Wahrnehmung von Schulleitungsaufgaben konnte zum 21. Januar 2014 besetzt werden. Laut Geschäftsverteilungsplan übernahm die neue Konrektorin seitdem schwerpunktmäßig die Verantwortung für vorbeugende Maßnahmen (Beratung und vorbeugende Förderung).

 

Das Beratungs- und Förderzentrum der Dezentralen Förderschule arbeitete weiterhin in guter Kooperation mit den regionalen BFZ im Kreis Offenbach nachrangig und übernahm vorbeugende Maßnahmen im Bereich der dezentralen Erziehungshilfe (Beratung, vorbeugende Förderung), als auch inklusive Beschulung, sowie noch wenige laufende Fördermaßnahmen im gemeinsamen Unterricht (GU) in unseren Förderschwerpunkten für das gesamte Kreisgebiet.

 

Die Arbeit im Lernstern, Schule in der Vitos-Tagesklinik Dietzenbach, wurde inhaltlich erfolgreich fortgeführt. Erhebliche Irritationen und Unsicherheiten gab es durch die schulrechtlich begründete Initiative des Landeswohlfahrtsverbands Hessen (LWV) in Absprache mit dem hessischen Kultusministerium, die Trägerschaft aller Schulen an LWV-Kliniken, also auch der Vitos-Klinik Dietzenbach an den LWV zu übertragen. Dies hätte eine erhebliche Veränderung unserer optimal vernetzten Förderarbeit für seelisch kranke Schüler/innen im SSA OF bedeutet. Durch intensive Gespräche zwischen dem Schulträger Kreis OF, dem LWV und dem HKM, auch unterstützt durch eine wissenschaftliche Veröffentlichung des Projekts „Schule in Psychiatrie“ der Universität Potsdam zur Arbeit des Lernstern, konnte ein Kompromiss erzielt werden. Die Arbeit des Lernstern, Schule in der Tagesklinik Dietzenbach ist danach bis zum Bau einer neuen stationären Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie in Hanau abgesichert.

 

Das Projekt NEUSTART, ein Kooperationsprojekt mit der Jugendhilfe (AGS e.V.) für acht schulabsente Jugendliche, erprobte und entwickelte sich in seinem ersten Schuljahr. Die Zielgruppe sind Jugendliche, deren Verhalten von Orientierungslosigkeit, Motivationsarmut und zunehmendem Stör- und Aggressionsverhalten geprägt ist und die mit den pädagogischen Möglichkeiten der allgemeinen Schule nicht mehr erreichbar sind.

 

Interessant war die Entwicklung im Bereich Teilhabeassistenz bei seelisch beeinträchtigten Schüler/innen. Gab es im Vorjahr bei unseren Schüler/innen nur wenige Teilhabeassistenten/innen (SJ 12/13: 5 THA), wurden im SJ 13/14 bereits 9 THA bewilligt, mit steigender Tendenz. Dies stellt in vielen Fällen eine Entlastung dar, jedoch eine Herausforderung an Kooperation und Absprachen zwischen allen Beteiligten.

 

2. Arbeitsbereiche der DFE

Wie bereits den Vorjahren boten wir in einem gestuften Verfahren folgende Unterstützungsmöglichkeiten an:

 

a)          Beratung

Die allgemeine Beratung hinsichtlich der emotionalen und sozialen Entwicklung von Schüler/innen übernehmen die regionalen Beratungszentren im Kreis Offenbach. In Absprache mit diesen werden wir bei besonders schwierigen oder komplexen Fragestellungen mit der Beratung von Schulen und Eltern beauftragt.

Die Zusammenarbeit mit den regionalen Beratungs- und Förderzentren und der Vitos-Ambulanz der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Dietzenbach wurde weiterentwickelt.

 

b)          Vorbeugende Förderung

Im Bereich der vorbeugenden Förderung stehen systembezogene Unterstützungsangebote im Rahmen der unterschiedlichen Bedarfe an den allgemeinen Schulen im Mittelpunkt unserer Arbeit. Hier werden vielfältige Methoden und Angebote gesetzt, die sich prinzipiell immer an alle Schüler/innen, Lehrkräfte oder Eltern einer Schule richten, nicht nur an umschriebene Risikogruppen. Die konkreten Angebote (s. Jahresbericht 2012/13) wurden nahezu unverändert fortgesetzt.

 

Neu eingeführt und ausgebaut wurden Schulnetzwerk-Gespräche. Wir entwickelten eine Konzeption für „TiP“ (Team inklusive Pädagogik), um einen regelmäßigen Austausch der verschiedenen pädagogischen Professionen zu ermöglichen.

 

An 11 Schulen (s. Jahresbericht 2012/13) wurden schulbezogene präventive Förderung im Rahmen dezentraler Erziehungshilfe (früher: „Kleinklasse für Erziehungshilfe“ – neuer Begriff: vorbeugende Maßnahmen) angeboten.

Neu dazugekommen ist die Heinrich-Mann-Schule, Dietzenbach.

In diesem Schuljahr fand eine Auftragsklärung für wirksame vorbeugende Förderung mit der Sonnenblumenschule in Langen statt.

Mit diesen präventiven Angeboten erreichten wir an 11 Standorten jeweils durchschnittlich ca. 40 Schüler/innen wöchentlich, insgesamt etwa 378 Schülerinnen und Schüler.

 

Im Rahmen eines Konzeptionstages (Juni 2013) wurde eine Kooperationsvereinbarung vorbereitet. In der Kooperationsvereinbarung zwischen der DFE und den allgemeinen Schulen wird laut VOSB der Auftrag im Bereich der vorbeugenden Maßnahmen benannt und im Einzelfall konkretisiert. Ebenfalls werden zeitliche und räumliche Ressourcen aufgeführt.

 

c)          Inklusive Beschulung (und GU)

Im zahlenmäßig größten Bereich unserer Arbeit förderten wir insgesamt  über das gesamte Schuljahr hinweg etwa 115 Kinder und Jugendliche, darunter 5 „Altfälle“ im Gemeinsamen Unterricht.

Hier entwickelten wir unser Konzept der flexiblen passgenauen Förderung weiter (s. Jahresbericht 12/13), was sich sehr bewährte. In 8 Fällen konnten wir Schüler nicht in der allgemeinen Schule halten und boten Einzelunterricht zur schulischen Perspektivklärung an. 

Es wurden insgesamt 65 Förderausschüsse durchgeführt, zwei davon nicht einvernehmlich, insgesamt 24 Aufhebungen des Förderanspruchs.

 

d)          Lernstern – Schule in der Tagesklinik

In der Abteilung Lernstern, der Schule für Kranke in der kinderpsychiatrischen Tagesklinik Dietzenbach, wurden zeitgleich jeweils 12-13 Schüler/innen mit einer Verweildauer von durchschnittlich 4-5 Monaten aus Kreis und Stadt Offenbach beschult. Die unterrichtliche Arbeit  wurde den Bedingungen und dem Bedarf unserer kranken Schüler/innen angepasst (s. auch Jahresbericht 12/13). So konnten auch in diesem Jahr wieder 40 Schüler/innen in unserer Abteilung Lernstern trotz ihrer Erkrankung mit Erfolg lernen.

Während der Beschulung im Lernstern fand eine intensive Zusammenarbeit mit der Heimatschule statt. Die erfolgreiche Rückführung in eine Stammschule war immer Ziel der Förderarbeit. Gemeinsam mit allen Beteiligten (Schüler/innen, Eltern, Lehrkräften, Jugendhilfe-Fachkräften, Therapeuten/innen und Fachärzten/innen, Schulpsychologen/innen) wurden vor Ort passgenaue Förderkonzepte und die Rahmenbedingungen für die Rückführung erarbeitet.

Lernstern-Schüler/innen aus Offenbach wurden von der Erziehungshilfeabteilung der Ludwig-Dern-Schule in ihre Stammschulen zurückbegleitet.

Die Arbeit des Lernsterns mit den Möglichkeiten als Abteilung der Dezentralen Schule  sorgte wiederholt für bundesweites Interesse und Anerkennung (Presseartikel: „Lernstern als Leitstern“ Frau Krause/Projekt Schule bei Krankheit) oder bei SCHUPS (Kongress für Schule und Psychiatrie) und dem Projekt Schule bei Krankheit.

Der Lernstern bewies sich zum dritten Mal erfolgreich als Praxisstelle für eine Sozialpädagogin im Anerkennungsjahr.

 

e)          Projekt NEUSTART

In der Konzeptionsentwicklung von NEUSTART wurden Strukturen entwickelt, durch die den defizitären familiären Strukturen der Jugendlichen, der daraus resultierenden instabilen emotionalen Verfassung und ihren Erfahrungen von Wert- und Erfolgslosigkeit, Halt und das Erleben von schulischen Erfolgen entgegengesetzt werden konnte.

Der klar definierte Schulbereich (tägliche Beschulung von 10.00 bis 12.15 Uhr in Doppelbesetzung der Lehrkräfte) gab den Jugendlichen die Möglichkeit, sich trotz der langen Schulferne und der negativen Erfahrungen als Schüler neu zu erleben. Mit intensiver sonderpädagogischer Unterstützung konnten die Schüler  negative Erfahrungen und Einstellungen gegenüber Schule korrigieren und eine neue erfolgreichere schulische Identität entwickeln.

Für die  Fallverantwortung (Elternarbeit, regelmäßige Reflexions- und Zielvereinbarungs-gespräche mit dem Jugendlichen, Kontakt zu ASD, Familienhilfe, Gesundheitssystem, Polizei, Reha-Beratung etc., Hilfe- und Förderplangespräche und Berichtswesen) wurden Tandems von jeweils einem DFE-Lehrer und einem AGS-Sozialpädagogen gebildet.

Alle Schüler konnten zwei Berufspraktika (November und März) absolvieren.

Vier Schüler hatten in diesem Schuljahr die Möglichkeit einen Schulabschluss zu erreichen. In Kooperation mit der Heinrich-Mann-Schule, die die Durchführung der Prüfungen inhaltlich begleitete und die Unterlagen zur Verfügung stellte, konnten alle zum Hauptschulabschluss geführt werden.

Eine Kooperation mit der IPS der Max-Eyth-Schule wurde aufgebaut, die drei Schülern einen Übergang in eine berufliche Ausbildung ermöglichen soll.

 

 

3. Schülerzahlen

Die diesjährige Statistik für die von uns intensiv begleiteten Schüler/innen wurde zum sechsten Mal mit der Lehrer- und Schüler-Datenbank (LUSD) erstellt. Die Schülerzahlen des Lernstern – Schule in der Vitos-Tagesklinik Dietzenbach werden vom hessischen Sozialministerium erhoben.

 

Schüler/innen der Dezentralen Förderschule, Stichtag 01.11.2013

 

„aktive“ Schüler/innen in Einzelunterricht und Neustart

15

externe Schüler/innen in inklusiver Beschulung

102

Maßnahmen im gemeinsamen Unterricht

5

präventive Unterstützung und Beratung, ca.

378

2 Klassen in der Tagesklinikschule Lernstern

12

Gesamtzahl der geförderten Schüler/innen

512

 

Am Ende des Schuljahres konnte bei 24 Schülern der sonderpädagogische Förderbedarf aufgehoben werden, 10 Schüler machten einen Schulabschluss, 3 Schüler wurden in Jugendhilfe-Einrichtungen untergebracht, 8 Schüler wechselten auf Elternwunsch an eine stationäre Förderschule für Erziehungshilfe.

Der Anteil der Jungen an der Gesamtzahl aller in iB und GU geförderten Schüler ist nach wie vor extrem hoch (ca. 84%). Die Schüler/innen verteilen sich relativ gleichmäßig auf Grundschule und Sekundarstufen.

 

4. Personelle Ressourcen

Im Schuljahr 2013/14 blieb das Kollegium von den Personen her gleich groß bei etwas weniger Stellen als im Vorjahr. Insgesamt 41 Mitarbeiter/innen besetzten 27,5 Stellen aus dem Schulbereich und 3 Stellen aus der Kreisverwaltung.

Die Zahl der Jugendhilfe-Mitarbeiter/innen des Kreises Offenbach blieb hierbei mit 4 Kollegen/innen auf 3 Stellen konstant.

 

Gesamtzahl Lehrerstellen (Vollzeit)

27,5

Gesamtzahl Stellen Jugendhilfe/Kreis Offenbach (Vollzeit)

3,0

Gesamtzahl Stellen (Vollzeit)

30,5

verteilt auf:

 

Förderschullehrer/innen

15

Sozialpädagogen/innen

18

andere Ausbildungen (Kunsttherapeuten, Lehrkräfte an allgemeinen Schulen etc.)

8

Lehrkräfte und päd. Mitarbeiter/innen insgesamt

41

 

 

 

5. Räumliche und sächliche Ressourcen

Im Kreishaus standen wie bisher zwei voll ausgestattete Büroräume für die Verwaltungskraft und die Schulleitung zur Verfügung, neu hinzu kam ein Büro für die beiden Konrektorinnen. Ebenso konnte ein Arbeitszimmer für Lehrkräfte und ein fester Besprechungsraum in direkter räumlicher Nähe zum Schulleitungsbüro genutzt werden.

Weitere zwei Büros nutzen die Mitarbeiter/innen der Jugendhilfe des Kreises Offenbach. Für Konferenzen konnte die DFE weiterhin auf Konferenz- und Besprechungsräume, die bei Bedarf gebucht werden, sowie auf den kreishausinternen Service (IT, Hausmeister, Reinigungskräfte) zurückgreifen.

Die eigentliche Förderarbeit mit den Schüler/innen, Eltern oder die kollegiale Beratung mit Lehrkräften fand wie bisher in den  Räumlichkeiten der kooperierenden Regelschulen statt.

 

Der Fachdienst Schulservice stellte ein Budget für Sachmittel für die laufende Arbeit zur Verfügung, ebenso konnte das Kleine Budget des Landes Hessen für Fortbildung, Vertretungsunterricht, Lehr- und Lernmittel sowie pädagogischen IT-Support eingesetzt werden.

 

6. Kooperationsschulen

Die DFE arbeitete im Berichtszeitraum mit 47 Kooperationsschulen zusammen. Somit war die DFE im Berichtszeitraum in etwa 64% aller Grund- und Sekundarstufe I-Schulen (insgesamt 73) im Kreis OF präsent. Davon waren wir in nahezu allen Sek-I-Schulen (15 von 16 Schulen, ohne Gymnasien) tätig. Die Kooperationsschulen verteilten sich recht gleichmäßig auf das Kreisgebiet.

 

 

B) Prozessdaten 

 

1.  Besprechungs- und Reflexionsstrukturen

Es wurden wie bisher vier regionale Teams gebildet: Team Ost, Team Rodgau, Team Dietzenbach, Team West, die sich regelmäßig wöchentlich zu Dienstbesprechung, Fallreflexion und Planung der pädagogischen Arbeit trafen. Externe Supervisionen hatte jedes Team an acht Terminen pro Schuljahr. Hier nahmen alle Förderlehrkräfte der verschiedenen Arbeitsbereiche teil.

Das Präventionsteam traf sich einmal pro Monat, das Beratungsteam ebenso. Das Präventionsteam traf sich zu einem Präventionstag am 10.06.2014 und vereinbarte Strukturen zur inhaltlichen und organisatorischen Weiterarbeit. Gesamtkonferenzen fanden einmal monatlich statt.

Das Lernstern-Team und das Neustart-Team traf sich einmal wöchentlich, auch hier wurde die pädagogische Arbeit durch externe Supervisionen begleitet.

 

Die Konzeptionsentwicklung in NEUSTART wurde begleitet und fachlich gesteuert:

–    von der Schulentwicklungsberatung des Schulamtes Offenbach, Frau Dennhof an drei Konzeptionstagen (16.01.2013, 25.11.2014,10.03.2014)

–    durch Beiratssitzungen, in denen jeweils ein Vertreter/in des Jugendhilfeträgers, ein Vertreter/in des staatlichen Schulamtes, die Schulleitung der Dezentralen Schule, der Vorstandsvorsitzende/r des AGS e.V. und der Projektleiter teilnahmen (02.07.2013, 19.11.2013, 17.02.2014, 07.04.2014).

 

Zur Gesundheitsförderung des Kollegiums veranstalteten wir am 4. und 5.10.2013 eine Klausurtagung mit Referentinnen des Medical Service des Airport-Centers.

 

 

2.  Schulprogrammarbeit

In der Weiterentwicklung der Schulprogrammarbeit wurden wir von der Schulentwicklungsberatung des Schulamts Offenbach, Frau Dennhof, unterstützt.

Es wurde an folgenden Arbeitsvorhaben im Schuljahr 2013/14 gearbeitet:

–        Medienkonzept der DFE

–        Tiergestützte Pädagogik

–        Seelische Gesundung

Der Arbeitskreis Teamentwicklung unterstützte das Kollegium bei der Stärkung unserer „Corporate Identity“ und arbeitete schwerpunktmäßig am Thema Lehrkräfte und Gesundheit.

Am Pädagogischen Tag am 17.07.2014 wurden die Ergebnisse der Arbeitsvorhaben vorgestellt und Ideen für Themen zur Schulprogrammentwicklung im nächsten Schuljahr überlegt. Das 10jährige Bestehen unserer ungewöhnlichen Schule soll angemessen gewürdigt und auch ein wenig „gefeiert“ werden. Dies muss gut vorbereitet werden.

 

3. Die Arbeit der Koordinierungsstelle

Die Koordinierungsstelle (KOST) zwischen Kreis Offenbach und Staatlichem Schulamt OF traf sich zweimal im Jahr. Im Zentrum standen der Informationsaustausch und grundsätzliche konzeptionelle Überlegungen zur Inklusion, ebenso die veränderten Anforderungen in der Jugendhilfe.

 

4. Vernetzung und Kooperation

In der Kooperation mit der AGS gewährleisteten wöchentliche Teamsitzungen, tägliche Übergaben vor und nach dem Unterrichtsblock, gemeinsame Supervisionen und Konzeptionstage gegenseitige Informationen, Absprachen und Planungen.

Eine gute Zusammenarbeit bestand in der Abteilung Lernstern mit den Kollegen/innen der Ludwig-Dern-Schule/Erziehungshilfeabteilung. Diese wurden frühzeitig in die Förderung von Schüler/innen aus der Stadt Offenbach einbezogen.

Wie im vorherigem Schuljahr konnte über die Nähe zur Vitos-Ambulanz und in guter Zusammenarbeit mit dieser (gemeinsame Fall- und Diagnosebesprechungen) bei Beratungsfällen seelisch kranker Schülerinnen und Schüler eine kontinuierlich wachsende gegenseitige Professionalisierung erfolgen, die letztendlich über die Dezentrale Schule auch den Regelschulen und regionalen Beratungszentren zugutekam.

Durch in Zusammenarbeit mit der Klinik entstandenes Fortbildungsmaterial für Regelschulen im Umgang mit kranken Schülerinnen und Schüler (z.B. Flyer und Fortbildungen: Schulabsentismus und ADHS) konnte auch in diesem Jahr ein wesentlicher Kompetenztransfer in die Schulen des Kreises Offenbach gelingen.

Das Arbeitsvorhaben „Seelische Gesundung“ veranstaltete am 19.03.2014 einen Fachtag zum Thema „AD(H)S in Schule“, der sehr gut besucht war und die neuesten medizinischen und pädagogischen Ansätze erfahrbar machte.

Die AG Sonderpädagogik und Schulpsychologischer Dienst in Stadt und Kreis Offenbach tagte zweimal und arbeitete am Ablauf bei Verfahren zu vorläufigem Ruhen der Schulpflicht (§ 65 HSchG).

Eine weitere AG zwischen Jugendamt Kreis OF, SSA OF, Schulpsychologischer Dienst  und DFE befasste sich mit der Evaluation der Vereinbarung zu Kindeswohlgefährdungsmeldung im Kreis Offenbach und schloss diese Arbeit erfolgreich ab.


 

C) Ergebnisdaten

 

Die Bereiche Beratung und inklusive Beschulung wurden mit Fragebögen für Klassenlehrkräfte und Förderlehrkräfte evaluiert.

Im Lernstern, der Schule in der Tagesklinik werden die Schülerzahlen mit Rückführung benannt. In NEUSTART, dem Projekt für schulabsente Jugendliche werden die Themen  Anwesenheit und  Schulerfolg als Ergebnisse aufgeführt.

 

1.           Evaluation der Beratungsangebote:

Es wurden 120 Fragebögen verschickt. Der Rücklauf der anonymisierten Fragebögen betrug 57 (N=57 von 120).

Einige befragte Lehrkräfte gaben nicht zu jeder Frage eine Rückmeldung, daher ist bei einigen Fragen die Summe der Antworten kleiner als 57.

 

Wie zufrieden sind Sie in Bezug auf

völlig zufrieden

oft zufrieden

geht so

eher schlecht

unzufrieden

völlig unzufrieden

Beratungsprozess (hilfreich, zielführend)

44

8

4

 

 

Umfang der Unterstützung

33

16

4

1

 

1

Rahmenbedingungen der Beratung (Zeit, Erreichbarkeit)

45

5

4

1

 

1

Zugang zur Beratung (unkompliziert, langwierig)

36

5

6

 

2

 

Gefragt wurde nach der Zufriedenheit der beratenen Lehrkräfte hinsichtlich des Beratungsprozesses, des Umfangs der Beratung, der Rahmenbedingungen und des Zugangs.

Die Ergebnisse können den Diagrammen entnommen werden.

Der Beratungsprozess (90%) und die Rahmenbedingungen (81%) werden größtenteils als zufriedenstellend erlebt. Mit dem Umfang der Beratung sind 88% und mit dem Zugang zur Beratung 88% „völlig oder oft zufrieden“.

 

Daten aus SJ 2013/14

 

 

 

Im Vergleich zu der Evaluation des Jahres 2012/13 kann man erkennen, dass der Umfang der Beratung, die Rahmenbedingungen und der Zugang zur Beratung insgesamt positiver beurteilt wurde als im Vorjahr.

 

Daten aus SJ 2012/13

 

2.  Evaluation der inklusiven Beschulung sowie der Altfälle GU

Die laufenden und abgeschlossenen Einzel-Fördermaßnahmen im Rahmen der inklusiven Beschulung und des gemeinsamen Unterrichts wurden unter folgenden Fragestellungen evaluiert:  

Wie hoch ist die Zufriedenheit der Förderlehrkräfte der DFE in Bezug auf 

 

völlig zufrieden

oft zufrieden

geht so

eher schlecht

unzufrieden

völlig unzufrieden

 

Fortschritte des/r Schülers/in im emotionalen und sozialen Bereich

 

 

15,2 %

 

50,5 %

 

19 %

 

8,6 %

 

3,8 %

 

2,9 %

 

Zusammenarbeit mit Regelschulen und Klassenlehrkräften

 

 

51,5 %

 

33,3 %

 

13,3%

 

1,9 %

 

0 %

 

0 %

 

Rahmenbedingungen der inklusiven Beschulung

 

 

30,5 %

 

45,7 %

 

17,1 %

 

4,8 %

 

1,0 %

 

0 %

 

 

 

Wie hoch ist die Zufriedenheit der Klassenlehrkräfte in den Regelschulen

in Bezug auf

 

 

völlig zufrieden

oft zufrieden

geht so

eher schlecht

unzufrieden

völlig unzufrieden

Fortschritte des/r Schülers/in im emotionalen und sozialen Bereich

11,8%

57,3%

23,6%

2,9%

1,5%

2,9%

Zusammenarbeit mit Förderlehrkräften der DFE

75%

20,6%

2,9%

1,5%

0%

0%

 

Rahmenbedingungen der inklusiven Beschulung

16,2%

29,4%

27,9%

8,8%

14,7%

1,5%

 

Der Rücklauf der anonymisierten Fragebögen betrug bei den DFE-Förderlehrkräften 97% (N=105 von 108), bei den Klassenlehrkräften 65% (N=68 von 108).

 

Außerordentlich hoch ist – übereinstimmend bei Klassenlehrkräften und Förderlehrkräften – die Zufriedenheit mit den Entwicklungsverläufen der Schüler/innen (FöLk: 84,7%, KL: 92,7% zwischen „völlig zufrieden“ und „geht so“). Ebenso zeigen die Ergebnisse der Befragung eine übereinstimmend sehr positive Einschätzung der Kooperation zwischen KL und FöLk (FöLk: 98,1%, KL: 98,5% zwischen „Völlig zufrieden“/1 und „geht so“/3).

In den erläuternden Bemerkungen wurde häufig die Zufriedenheit der Regelschullehrkräfte in der Kooperation mit den Lehrkräften der DFE geäußert. Wie bereits in den Vorjahren wurden die Zusammenarbeit mit konkreten Personen und individuelle Fallverläufe sehr wertschätzend und mit Dank zurückgemeldet. Als Kritik wurden weiterhin vor allem mangelnde zeitliche Ressourcen insbesondere von den Klassenlehrkräften benannt.

Viele Lehrkräfte nutzten die Evaluationsbögen zu einer ausführlichen verbalen Rückmeldung. Diese teilweise sehr interessanten Rückmeldungen werden im Anhang zu diesem Jahresbericht dokumentiert.

 

Deutliche Unterschiede im Vergleich zum Vorjahr ergaben sich in der Beurteilung der Rahmenbedingungen der inklusiven Beschulung aus Sicht der Klassenlehrkräfte. Hiermit waren zwar 73,4% (Vorjahr: 90%) der Klassenlehrkräfte insgesamt zufrieden  (Fölk: 93,3%, Vorjahr: 98%), allerdings sind 26,5% der KL (FöLk: 6,7%) z. T. extrem unzufrieden mit den Rahmenbedingungen inklusiver Beschulung. Viele Klassenlehrkräfte vertraten die Auffassung mit der Inklusion überfordert zu sein, alleine gelassen zu werden und nicht ausreichend sonderpädagogische Unterstützung zu erhalten.

Diese kritische Sicht der Rahmenbedingungen für inklusive Beschulung  bezieht sich nach unserer Einschätzung jedoch nicht auf die Fallverläufe und die konkrete Zusammenarbeit, die zu weit über 90% sehr wertschätzend und positiv wahrgenommen wurde, sondern spiegelt die aktuelle schulpolitische Diskussion „an der Basis“ wider. Diese Meinungsäußerungen müssen ernst genommen werden, allerdings in einem schulpolitischen und sonderpädagogisch übergreifenden Diskurs.

 

Hervorgehoben werden kann auch die Steigerung der Zufriedenheit mit den Fallverläufen und mit der Kooperation im Vergleich zum Vorjahr. Es gibt nur wenige Ausreißer nicht gelungener Förderverläufe und nicht geglückter Kooperation.

In der Auswertung negativer Fallverläufe war häufig die Kooperationsbeziehung der beteiligten Lehrkräfte sehr gut, dies bestätigt wieder die Ergebnisse aus den Vorjahren, dass sich negative Fallverläufe in einer guten Kooperation besser aushalten und miteinander tragen lassen.

 

3) Evaluation der Arbeit im Lernstern – Schule in der Tagesklinik

Die Rückführung der 40 Schüler/innen aus dem Lernstern wurde von der Dezentralen Schule entweder als beratende oder inklusive Begleitung der Schulen durchgeführt.

 

Beratende Begleitung

Inklusive Beschulung

31

 

21:  allgemeine Schule

5:  Förderschulen LH /S

5:  Förderschule EH/K

 

9

 

Nach eingehender Diagnostik und Beratungstätigkeit ergab sich für fünf Schüler/innen die Notwendigkeit in stationären Fördereinrichtungen außerhalb des Kreises beschult zu werden.

Aufgrund der Schwere ihrer Erkrankung benötigen sie auch nach der Entlassung aus der Klinik weiterhin Beschulungsangebote in kleinen Lerngruppen mit intensiver, permanenter förderpädagogischer Begleitung.

 

4) Evaluation Neustart

War der Schuljahresbeginn in NEUSTART noch von einer guten Anwesenheit gekennzeichnet, (siehe Diagramm 1.) so wurde vor allem nach der Projektprüfung im Januar mit ihren letztendlich durchgehend guten Ergebnissen deutlich, dass erreichte Erfolge von den NEUSTART Schülern zwar ersehnt, andererseits die Möglichkeit eines neuen positiven Selbstbildes nur schwer angenommen werden konnten. Zusammen mit belastenden außerschulischen Konflikten führte dies zu vermehrter Abwesenheit der Schüler.

Dazu kam, dass sich die Schüler mit Beginn des zweiten Halbjahres gegenseitig mit ihren Schwierigkeiten negativ verstärkten und sich auch außerhalb des Projekt NEUSTARTS verabredeten. Der gemeinsame Konsum von legalen und illegalen Suchtmitteln spielte hier eine wesentliche Rolle und führte ebenfalls zu Schwierigkeiten der Anwesenheit und der Aufnahmefähigkeit im Unterricht.

 

Anwesenheitsdiagram bis 6 Juni 14

 

Diagramm 1: Übersicht der Anweisenheitstage pro Kalenderwoche und Anzahl der Schüler im Verlauf des Schuljahres 2013/ 14 bis zur 21. Kalenderwoche (Juni 2014)

 

Somit war ein kontinuierliches Arbeiten sehr erschwert. In der Prüfungssituation selbst waren die Schüler extrem ängstlich und angespannt.

Letztendlich konnten jedoch insgesamt sieben Jugendliche dauerhaft erreicht und stabilisiert werden und alle vier Schüler, die in diesem Jahr ihren Abschluss machten, gelang der Hauptschulabschluss mit den Noten gut und befriedigend.  

 

 

D) Ausblick für das Schuljahr 2014/15

 

1.   Systemische Zuweisung und Projekte

Für das neue Schuljahr wurde im SSA OF das erste Mal eine „systemische Verteilung“ der personellen Ressourcen für den inklusiven Unterricht der regionalen BFZ ausprobiert. Hierbei werden die personellen Ressourcen vorwiegend nach den Schülerzahlen einer Schule und regionalen Besonderheiten verteilt. Die dezentrale Erziehungshilfe in Kreis und Stadt Offenbach wurde davon ausgenommen, es greift eine Deckelung der personellen Zuweisung auf dem Stand des jetzigen Schuljahrs, die für vorbeugende Maßnahmen an 11 Schulen und inklusive Beschulung im Rahmen der flexiblen passgenauen Förderung verteilt wird. 

Daneben wird es Zuweisungen für besondere Projekte geben, z.B. für 4 Multiplikatoren/innen  in der Fortbildungsreihe „Beratende Tätigkeiten“, „ETEP“ (entwicklungstherapeutischer und entwicklungspädagogischer Unterricht), Fortbildungsberatung im SSA OF, ebenso für einzelne systembezogene Kooperationsprojekte zwischen DFE und allgemeinen Schulen (Gartenstadt-Schule: INSEL; Max-Eyth-Schule: Kollegiale Beratung).

Somit wird sich die personelle Versorgung im nächsten Schuljahr voraussichtlich positiv gestalten.

 

2.   Personelle Situation

Nach ersten Planungen wird die Stellensituation im kommenden Schuljahr 2014/15 relativ stabil bleiben, bzw. leicht ansteigen.

 

3.   Schülerzahlen

Im neuen Schuljahr 2014/2015 wird es vermutlich keine wesentlichen Veränderungen im Angebot und Umfang unserer Arbeit geben.

 

 

Juli 2014

 

 

 

 

Edeltraud Ehlert

Förderschulrektorin, Schulleitung der DFE

 

 

 

Elke Buschardt-Schäfer

Förderschulkonrektorin, stv. SL

 

 

 

Christina Baum

Förderschulkonrektorin, z.W.v.SLA