Sonderpädagogisches Beratungs-und Förderzentrum

A) Strukturdaten

1. Allgemeines

Die Dezentrale Förderschule für Erziehungshilfe und Kranke (DFE) mit Sitz im Kreishaus in Dietzenbach hat im achten Jahr ihre Arbeit weitergeführt. Wie im Schulentwicklungsplan des Kreises Offenbach vorgesehen, arbeitet die Schule dezentral mit Erziehungshilfe-Schüler/innen je nach Bedarf grundsätzlich an allen Schulen im Kreisgebiet. Der im Jahr 2004 geschlossene Kooperationsvertrag zwischen dem Kreis Offenbach und dem Staatlichen Schulamt wird unverändert fortgesetzt. Das Schuljahr 2011/12 war stark geprägt von den Veränderungen im Hessischen Schulgesetz in Hinblick auf Inklusion, ebenso von den Diskussionen und Veränderungen im Vorfeld der neuen sonderpädagogischen Verordnung, die zum Ende des Schuljahrs, ab 01.07.2012 in Kraft trat. Zum Thema Inklusion fanden zahlreiche Fortbildungsveranstaltungen statt, interne als auch externe.  Im  Zentrum  unserer  Arbeit  stand  die  Bestätigung  unseres  bisher  entwickelten dezentralen Ansatzes der Förderung. Als einer Schule, die zum Schüler kommt, sehen wir unsere Arbeit mit der Umsetzung der schulischen Inklusion in Hessen zwar deutlich bestätigt, es fallen aber auch Unterschiede zwischen der politisch gewollten und tatsächlich erlebten Umsetzung schulischer Inklusion im Alltag auf. Das   Beratungs-   und   Förderzentrum   der   Dezentralen   Förderschule   arbeitet   weiterhin nachrangig, d.h. im Auftrag der regionalen Beratungs- und Förderzentren im Kreis Offenbach und  übernimmt  vorbeugende  Maßnahmen  im  Bereich  der  dezentralen  Erziehungshilfe (Beratung,  niedrigschwellige  Förderung),  als  auch  inklusive  Beschulung,  sowie  laufende Fördermaßnahmen im gemeinsamen Unterricht (GU) für das gesamte Kreisgebiet.

2. Arbeitsbereiche der DFE

Mit Inkrafttreten des neuen Schulgesetzes mussten wir Begrifflichkeiten leicht verändern und unsere Arbeitsabläufe an die neuen gesetzlichen Regelungen anpassen. In einem gestuften Verfahren bieten wir folgende Unterstützungsmöglichkeiten an:

a) Beratung

Die  allgemeine  Beratung  hinsichtlich  der  emotionalen  und   sozialen  Entwicklung  von Schüler/innen übernehmen die regionalen Beratungszentren im Kreis Offenbach. In Absprache mit diesen werden wir bei besonders schwierigen oder komplexen Fragestellungen mit der Beratung von  Schulen  und  Eltern  beauftragt. Im  Berichtsjahr arbeiteten 7  Kollegen  und Kolleginnen mit unterschiedlichem Stellenumfang in der Beratung. Das Beratungsteam traf sich im 4-wöchigen Turnus. Inhaltliche Schwerpunkte neben der individuellen Fallarbeit waren:

  • Auswirkung des neuen HSchG auf den präventiven Bereich Beratung (z.B. Erweiterung des Beratungsauftrags hinsichtlich der Vorbereitung eines Förderausschusses)
  • Beratung in Fällen von Kindern mit seelischer Erkrankung, die von regionalen Beratungszentren an uns weitergeleitet wurden, die im Lernstern beschult wurden oder über die Ambulanz der Vitosklinik an uns verwiesen wurden
  • Verbesserung der Zusammenarbeit mit den regionalen Beratungs- und Förderzentren: Jedem regionalen BFZ wurde eine Lehrkraft aus dem Beratungsteam zugeordnet, die als Ansprechpartner regelmäßig an den Konferenzen der regionalen BFZs teilnimmt
  • Überarbeitung der Zugangsformulare, Vereinheitlichung der Dokumentation und des formalen Beratungsprozesses

b) vorbeugende Förderung

Im Bereich der vorbeugenden Förderung versuchten wir, die Beratung von der Förderung deutlicher zu trennen, um beiden Ansätzen ein klareres fachliches Profil zu ermöglichen und Doppelstrukturen   zu   vermeiden.  

Im   Bereich   der   vorbeugenden   Förderung   stehen systembezogene Unterstützungsangebote im Rahmen der unterschiedlichen Bedarfe an den allgemeinen Schulen im Mittelpunkt unserer Arbeit. Hier werden vielfältige Methoden und Angebote gesetzt, die sich prinzipiell immer an alle Schüler/innen, Lehrkräfte oder Eltern einer Schule richten, nicht nur an umschriebene Risikogruppen. Bewährte Angebote sind z.B.:

  • Kleingruppenangebote für Schüler/innen, z.B. Psychomotorik-AG, Marburger- Konzentrationstraining, Spiel- und Sportgruppe, Jungengruppe, Mädchengruppe, Insel- Gruppe (in Kooperation mit der Jugendhilfe), etc.
  • Soziales Lernen, vorzugsweise als Doppelbesetzung in Anfangs-Klassen (1. Klassen, 5. Klassen), Einsatz entsprechender Methoden und Programme, z.B.  Faustlos, Interaktionstraining, Klassenrat, Mitgestaltung der Klassenlehrerstunde, für die gesamte Schulgemeinde: Streitschlichter-AG oder Schülerrat aller Klassensprecher/innen,
  • Kollegiale Beratung: vorzugsweise in Gruppen für Lehrkräfte der eigenen oder einer anderen Schule, möglichst immer gut strukturiert und nach Möglichkeit weniger als „Tür- und Angel-Gespräche“ angelegt,
  • ETEP-Fortbildung  (entwicklungstherapeutischer/entwicklungspädagogischer Unterricht) für  Kollegien  und  Lehrkräfte durch  eine  Lehrkraft  unserer  Schule,  die  als  ETERP- Trainerin ausgebildet ist,
  • Angebote für Eltern: Elternabende, besondere Themenabende; besonders wirkungsvoll ist Elterncafé für eine Gruppe türkisch-sprachiger Mütter mit einer türkischsprachigen Lehrkraft unserer Schule;
  • Vernetzung und Zusammenarbeit mit internen und externen Helfern (z.B. Schulsozialarbeit, Jugendhilfe, Ärzte/Fachärzte, Therapeuten/innen, Beratungsstellen im schulischen und außerschulischen Bereich), Organisation und Durchführung von Runden Tischen etc.

An folgenden 11 Schulen wurden schulbezogene präventive Förderung im Rahmen dezentraler Erziehungshilfe (früher: „Kleinklasse für Erziehungshilfe“ – neuer Begriff: vorbeugende Maßnahmen) angeboten:

  • Gartenstadtschule, Rodgau
  • Johannes-Gutenberg-Schule, Hainburg
  • Aueschule, Dietzenbach
  • Sterntalerschule, Dietzenbach
  • Erich-Kästner-Schule, Dreieich-Sprendlingen
  • Gerhart-Hauptmann-Schule, Dreieich
  • Albert-Schweitzer-Schule, Langen
  • Joseph-von-Eichendorff-Schule, Obertshausen
  • Sonnenblumenschule, Langen
  • Brüder-Grimm-Schule, Mühlheim
  • Hermann-Hesse-Schule, Obertshausen

Mit diesen präventiven Angeboten erreichten wir an 11 Standorten jeweils durchschnittlich ca. 40 Schüler/innen wöchentlich, insgesamt etwa 440 Schülerinnen und Schüler.

c) inklusive Beschulung (und GU)

Im zahlenmäßig größten Bereich unserer Arbeit förderten wir insgesamt   über das gesamte Schuljahr hinweg etwa 142 Kinder und Jugendliche, darunter 28 „Altfälle“ im Gemeinsamen Unterricht. Hier entwickelten wir unser Konzept der flexiblen passgenauen Förderung weiter, d.h. je nach Ausgangslage und Fallverlauf gestalten wir Stundenaufwand und Methoden. Das kann bedeuten, dass wir in einem Krisenfall nach pädagogischer Absprache unter allen Beteiligten zunächst mit 10 Unterrichtsstunden beginnen, an denen dann das Kind dann meist nur in Begleitung des Förderlehrkraft zur Schule gehen darf („Bodyguard-Regelung). Im Verlauf werden  die  Anwesenheitszeit in  der  Schule  aufgebaut,  die  Unterstützungsstunden jedoch verringert. Bei anhaltendem Erfolg der Förderung können die Stunden bis zu einer „Standby- „Regelung abgebaut werden, der Kontakt deutlich reduziert oder auf Abruf gestaltet werden. So können wir auch im laufenden Schuljahr aus Fällen sukzessive aussteigen, bzw. in Krisenfälle neu einsteigen. Dieses Konzept erfordert beständige Evaluation und Anpassung an den jeweiligen Bedarf des Schülers und seiner Lerngruppe. Es kann jedoch auch sein, dass ein Kind relativ kontinuierliche sonderpädagogische Unterstützung braucht, da der Fallverlauf sich nicht wesentlich  verändert  (z.B.  bei  autistischen  Störungsbildern).  Methoden  setzten  wir  nach Fallanalyse zielgerichtet ein, nicht immer sind wir (nur) in der Klasse, sondern entwickeln spezielle Fördersettings (z.B. kollegiale Beratung, intensive Elternberatung, Vernetzung etc.). Wesentlich ist das Prinzip der Fallverantwortlichkeit (eine Lehrkraft unserer Schule ist zentraler Ansprechpartner für alle sonderpädagogischen Belange des zu fördernden Kindes) und der konzeptionelle Ansatz des Fallverstehens, das in den Fallbesprechungen und Supervisionen entwickelt wird.

d) Lernstern – Schule in der Tagesklinik

Im Mai 2011 begann die Arbeit im Lernstern, unserer Schule für Kranke in der kinderpsychiatrischen Tagesklinik Dietzenbach. Hier  werden  seitdem  12  Schülerinnen und Schüler aus dem Kreis und der Stadt Offenbach beschult, für die eine Behandlung in der Tagesklinik notwendig ist und die ihre Regelschule auf Zeit nicht besuchen können. Bei diesen Kindern äußert sich die seelische Beeinträchtigung in Problemen, die sich auch im Erlebnisraum Schule zeigen und zu einer schwerwiegenden Beeinträchtigung ihrer Lern-und Lebensfreude führen. Es  wurde eine  Konzeption unserer teilstationären Schule für  Kranke mit  Orientierung an unserem Leitbild entwickelt, die in den Anfängen unserer Unterrichtsrealität mit diesen Kindern innerhalb dieses ersten Schuljahres überprüft und weiterentwickelt wurde. Unser DFE Leitgedanke „An den Stärken ansetzen“ wurde vom Lernstern erweitert durch den Aspekt „Lehren und Lernen mit Erfolg und Freude“. Der Unterricht im Lernstern trug zur Förderung der seelischen Gesundung bei, indem die individuellen Lernbedürfnisse und Möglichkeiten berücksichtigt wurden (Leitgedanke: „Umgang mit Verschiedenheit“) und sich die Schülerinnen und Schüler über leistbare Anforderungen, auf der Grundlage von Angstfreiheit, Zugehörigkeit und Beziehung, als erfolgreich erleben konnten. Grundlage  der  Förderung  waren  immer  auch  Gruppenfähigkeit  und  soziales  Lernen.  Mit Methoden   der   inneren   Differenzierung   wurde   von   Anfang   an   in   unterschiedlichen Gruppengrößen circa  20  WS  unterrichtet.  Drei  Lehrerkräfte waren  jeweils  vor  Ort  (zwei Bezugslehrkräfte und eine Förderlehrerkraft für Differenzierung) und boten Unterrichtsangebote sowohl in den Kernfächern, wie auch in Musik, Kunst und Sport. Wir nutzten hierfür den Ressourcenpool der DFE und verwirklichten damit unseren Leitgedanken, dass „verschiedene pädagogische Berufe ihre Stärken einbringen“.

Unseren Leitgedanken „Gelingende Zusammenarbeit bei gemeinsamer Verantwortung“ haben wir  berücksichtigt in  folgenden Aspekten: interne Kooperation, intensive Zusammenarbeit mit der Klinik, mit den Stammschulen, in der Kooperation mit den Eltern, der Jugendhilfe, außerschulischen Institutionen und der Erziehungshilfeabteilung der Ludwig-Dern-Schule in Offenbach. Die „Förderung vor Ort“ in den Stammschulen der Schülerinnen und Schüler betrieben wir, indem wir darauf achteten, dass diese weiterhin für die Belange ihrer Schülerinnen und Schüler zuständig blieben. Einerseits wurde sichergestellt, dass sie vom Lernstern intensiv informiert, miteinbezogen und beraten wurden, andererseits wurden sie bei der Rückführung der kranken Schülerinnen und Schüler von uns begleitet.

3. Schülerzahlen

Die diesjährige Statistik für die von uns intensiv begleiteten Schüler/innen wurde zum fünften Mal mit der Lehrer- und Schüler-Datenbank (LUSD) erstellt. Im präventiven Bereich wurde ein Erhebungsbogen über alle Beratungen und niedrigschwelligen Fördermaßnahmen geführt. Die Schülerzahlen des Lernstern – Schule in der Vitos-Tagesklinik Dietzenbach werden vom hessischen Sozialministerium erhoben.

Schüler/innen der Dezentralen Förderschule, Stichtag 01.11.2011  

„aktive“ Schüler/innen in Einzelunterricht                                       

externe Schüler/innen in kooperativer Förderung

Maßnahmen im gemeinsamen Unterricht   

präventive Unterstützung und Beratung, ca.

 2 Klassen in der Tagesklinikschule Lernstern

10 

114

 28

440

12

Gesamtzahl der geförderten Schüler/innen    604

Am Ende des Schuljahres konnte bei 5 Schülern der sonderpädagogische Förderbedarf aufgehoben werden, 4 Schüler machten einen Schulabschluss, 5 Schüler wurden in Jugendhilfe- Einrichtungen untergebracht, 4 Schüler wechselten an eine stationäre Förderschule für Erziehungshilfe, 1 Schüler wechselte an eine private Schule, 4 Schüler zogen mit ihren Familien um. Der Anteil der Jungen an der Gesamtzahl aller geförderten Schüler ist nach wie vor extrem hoch (ca. 90 %). Die Schüler/innen verteilen sich relativ gleichmäßig auf Grundschule und Sekundarstufen.

4. Personelle Ressourcen

Im Schuljahr 2011/2012 vergrößerte sich das Kollegium auf insgesamt 38 Mitarbeiter/innen, die  etwa  26  Stellen  besetzten.  Die  Zahl  der  Jugendhilfe-Mitarbeiter/innen  des  Kreises Offenbach blieb mit 4 Kollegen/innen auf 3 Stellen konstant. Die Kürzungen des Vorjahrs konnten glücklicherweise fast komplett wieder ausgeglichen werden.

Gesamtzahl Lehrerstellen (Vollzeit)  

Gesamtzahl Stellen Jugendhilfe/Kreis Offenbach (Vollzeit)

26

3

Gesamtzahl Stellen (Vollzeit)   29

verteilt auf:

Förderschullehrer/innen   

Sozialpädagogen/innen 

andere Ausbildungen (Kunsttherapeuten, Lehrkräfte an allg.Schulen etc.)    

 

14

19

5

 Lehrkräfte und päd. Mitarbeiter/innen insgesamt (in Voll- /Teilzeit)

 38

                                                                                                                                                                                                                                                               

5. Räumliche und sächliche Ressourcen

Im Kreishaus standen wie bisher zwei voll ausgestattete Büroräume für die Verwaltungskraft und die Schulleitung zur Verfügung, ebenso ein Arbeitszimmer für Lehrkräfte und ein fester Besprechungsraum in direkter räumlicher Nähe zum Schulleitungsbüro. Weitere zwei Büros nutzen die Mitarbeiter/innen der Jugendhilfe des Kreises Offenbach. Für Konferenzen konnte die DFE weiterhin auf Konferenz- und Besprechungsräume, die bei Bedarf gebucht werden, sowie auf den kreishausinternen Service (IT, Hausmeister, Reinigungskräfte) zurückgreifen. Die eigentliche Förderarbeit mit den Schüler/innen, Eltern oder die kollegiale Beratung mit Lehrkräften  fand  in  den    Räumlichkeiten  der  kooperierenden  Regelschulen  statt.  Für Einzelarbeit oder Gespräche sind diese nicht immer optimal eingerichtet. Zum Teil konnte auf Räume in Förderschulen zurückgegriffen werden.

Der Fachdienst Schulservice stellte ein Budget für Sachmittel für die laufende Arbeit zur Verfügung, ebenso konnte das Kleine Budget des Landes Hessen für Fortbildung, Vertretungsunterricht,  Lehr-  und  Lernmittel  sowie  pädagogischen  IT-Support  eingesetzt werden. Das Kleine Budget über das Hessische Kultusministerium stellte sich leider im Jahr 2012 als sehr klein heraus, da es erheblich gekürzt wurde. Grund hierfür waren statistische Erhebungsprobleme,  da  nur  die  „aktiven“  Schüler  in  der  LUSD  als  Grundlage  für  die Berechnung herangezogen wurden, somit ein Berechnungsansatz wie für Zwergschulen zum Tragen kam.

6. Kooperationsschulen

Die DFE arbeitete im Berichtszeitraum mit 39 Kooperationsschulen zusammen. Somit war die DFE im Berichtszeitraum in etwa 50 % aller Grund- und Sekundarstufe I-Schulen (insgesamt 73) im Kreis OF präsent. Die Kooperationsschulen verteilten sich recht gleichmäßig auf das Kreisgebiet.

 B) Prozessdaten

1. Besprechungs- und Reflexionsstrukturen

Es wurden vier regionale Teams gebildet: Team Ost, Team Rodgau, Team Dietzenbach, Team West, die sich regelmäßig wöchentlich zu Dienstbesprechung, Fallreflexion und Planung der pädagogischen Arbeit trafen. Externe Supervision hatte jedes Team an acht Terminen pro Schuljahr. Hier nahmen alle Förderlehrkräfte der verschiedenen Arbeitsbereiche teil. Das   Präventionsteam   traf   sich   einmal   pro   Monat,   das   Beratungsteam   ebenso. Gesamtkonferenzen fanden ebenfalls einmal monatlich statt. Das Lernstern-Team traf sich einmal wöchentlich, hier fanden aufgrund der Schwere der Fälle 12 Supervisionen im Jahr statt.

2. Schulprogrammarbeit

Die Veränderungen des schulrechtlichen Rahmens in Richtung Inklusion sowie die Entwicklung des Unterrichts im „Lernstern“ waren Mittelpunkt der inhaltlichen Arbeit. In der Weiterentwicklung der Schulprogrammarbeit wurden wir von der Schulentwicklungsberatung des Schulamts Offenbach, Frau Dennhof, unterstützt.

An einem pädagogischen Tag (14.06.2012) wurden die Ergebnisse der Arbeitsvorhaben vorgestellt. Es wurde an folgenden Arbeitsvorhaben im Schuljahr 2011/12 gearbeitet:

  • –     Veranstaltungsreihe „Inklusion im Dialog“
  • –     Konzeption für die DFE
  • –     Seelische Gesundung

Im  Rahmen  des  AV  „Inklusion  im  Dialog“  fanden  zwei  Veranstaltungen  im  Kreishaus- Sitzungssaal statt:

  • 30.09.2011: Leben mit Autismus, Referentin Frau Dr. Preißmann
  • 04.05.2012: Mit dem Trauma leben, Referentin Frau Weiß

3. Die Arbeit der Koordinierungsstelle

Die Koordinierungsstelle (KOST) zwischen Kreis Offenbach und Staatlichem Schulamt OF passte ihre Arbeit der aktuellen Aufgabenstellung der DFE an. Im Zentrum standen der Informationsaustausch und grundsätzliche konzeptionelle Überlegungen zur Inklusion, ebenso die veränderten Anforderungen in der Jugendhilfe. Die KOST tagte im laufenden Schuljahr dreimal. Herr Dr. Einig, der Leiter der neuen kinder- und jugendpsychiatrischen Ambulanz und Tagesklinik in Dietzenbach, nahm einmal teil und bereicherte die Diskussion. Es wurde beschlossen, sich künftig zweimal pro Jahr zu treffen, kleine Runden zwischen ASD und DFE nach Absprache in kürzeren Zwischenräumen.

4. Vernetzung und Kooperation

Im Berichtsjahr fanden zahlreiche intensive Fortbildungen und hessenweite Konferenzen zur Auseinandersetzung mit dem neuen Schulgesetz und den neuen Bestimmungen zur Inklusion statt. Es wurde eine neue AG Dezentrale Erziehungshilfe und Schulpsychologischer Dienst in Stadt und Kreis Offenbach gebildet, die insbesondere an den Themen seelisch kranke Kinder und am Ablauf bei Verfahren zu vorläufigem Ruhen der Schulpflicht (§ 65 HSchG) arbeitete.

 C) Ergebnisdaten

Im Bereich der Evaluation der Förderangebote wurden der Bereich Beratung und der Bereich inklusive Beschulung evaluiert.

1. Evaluation der Beratungsangebote:

Es wurden 47 Evaluationsbögen an 15 Grundschulen, 7 weiterführende Schulen, 4 Förderschulen und 1 Schule in privater Trägerschaft im Kreis Offenbach verschickt. Der Rücklauf der anonymisierten Fragebögen betrug 70% (N=33 von 47). Gefragt wurde nach der Zufriedenheit der beratenen Lehrkräfte hinsichtlich des Beratungsprozesses, des Umfangs der Beratung, der Rahmenbedingungen und des Zugangs. Die Ergebnisse können den Diagrammen im Anhang entnommen werden. Der Beratungsprozess (75 %) und die Rahmenbedingungen (72%) werden größtenteils als zufriedenstellend erlebt. Mit dem Umfang der Beratung sind 60% und mit dem Zugang zur Beratung 70 % „völlig oder oft zufrieden“.


2.  Evaluation der inklusiven Beschulung sowie der Altfälle GU

Die  laufenden  und  abgeschlossenen  Einzel-Fördermaßnahmen im  Rahmen  der  inklusiven Beschulung und des gemeinsamen Unterrichts wurden unter folgenden Fragestellungen evaluiert:

Wie hoch ist die Zufriedenheit der Lehrkräfte der DFE in Bezug auf

 

Wie  hoch  ist  die  Zufriedenheit  der  kooperierenden  Klassenlehrkräfte  der Regelschulen in Bezug auf


Der Rücklauf der anonymisierten Fragebögen betrug bei den DFE-Förderlehrkräften 86 % (N=91 von 105), bei den Klassenlehrkräften 62 % (N=65 von 105). Viele  Lehrkräfte  nutzten  die  Rubrik  „sonstiges“  zu  persönlichem,  überwiegend  positivem Feedback. Wie bereits in den Vorjahren wurden die Zusammenarbeit mit konkreten Personen und individuelle Fallverläufe sehr wertschätzend und mit Dank zurückgemeldet. Als Kritik wurden   weiterhin   vor   allem   mangelnde   zeitliche   Ressourcen   insbesondere  von   den Klassenlehrkräften benannt.

Besonders  hervorgehoben  werden  kann  somit  die  anhaltend  und  übereinstimmend  hohe positive Beurteilung der Entwicklung der Schüler/innen im emotionalen und sozialen Bereich. Die Förderlehrkäfte beurteilen zu 75 % die Fortschritte ihrer Schüler als insgesamt sehr gut bis befriedigend, die Klassenlehrkäfte sehen diese Entwicklungen zu 83 % im positiven Bereich. Wie im Vorjahr war bei der Auswertung der einzelnen Bögen interessant, dass bei einer Unzufriedenheit über die Entwicklung der Schüler/innen die Zufriedenheit in der Kooperation zwischen Förder- und Klassenlehrkräften dennoch sehr hoch war. Offensichtlich lassen sich negative Fallverläufe in einer guten Kooperation besser aushalten und miteinander tragen.

Die Zusammenarbeit der beiden Berufsgruppen vor Ort wird aus Sicht der Förderlehrkräfte mit 96 % als sehr gut bis befriedigend bewertet, die Sicht der Klassenlehrkräfte entspricht dieser Einschätzung von 99 % ebenfalls mit sehr guten bis befriedigenden Rückmeldungen.

Trotz   der   in   öffentlichen   Diskussionen   zuweilen   als   nicht   ausreichend   dargestellten Fördersituation beurteilen sowohl die Förderlehrkräfte der DFE als auch die Klassenlehrkräfte zu 98 %, bzw. zu 90 % die Rahmenbedingungen ihrer Arbeit als sehr gut bis befriedigend.

3) Evaluation der Arbeit im Lernstern

Schule in der Tagesklinik Im diesem Schuljahr wurden 46 Schülerinnen und Schüler mit einer durchschnittlichen Verweildauer von vier Monaten bei uns unterrichtet. 27 Schülerinnen und Schüler wurden von uns und 8 von der Erziehungshilfeabteilung der Ludwig-Dern-Schule in ihre Stammschulen zurückgeführt oder in neue Regelschulen begleitet. Acht Schüler wurden in Förderschulen begleitet. Drei Schüler mussten in die vollstationäre psychiatrische Klinik. Von den 27 Schüler und Schülerinnen, die von uns begleitet wurden, ging die Rückführung bei elf in inklusive Förderung über.

D) Ausblick für das Schuljahr 2012/13

1.  Entwicklung der rechtlichen Grundlagen

Zum Ende des Berichtsjahres trat die neue sonderpädagogische Verordnung in Kraft. Im  neuen  Schuljahr  müssen  insbesondere  die  Förderausschüsse  erprobt  und  umgesetzt werden. Zum neuen Schuljahr ändert sich die gesetzlich geforderte Bezeichnung unserer Schule: Statt „Dezentrale Förderschule für Erziehungshilfe und Kranke“ wird sich der Name wie folgt ändern: „Dezentrale Schule mit den Förderschwerpunkten emotionale und soziale Entwicklung sowie kranke Schülerinnen und Schüler“.

2.  Personelle Situation

Nach  ersten  Planungen  wird  es  im  kommenden  Schuljahr  2012/2013  keine  weiteren Stellenkürzungen geben.

3.  Schülerzahlen

Im neuen Schuljahr 2012/13 rechnen wir nicht mit Wartelisten bei inklusiver Beschulung. Unsere Prognose geht wieder etwa von 120 Schüler/innen mit Bedarf an intensiver Förderung aus. Die zwölf Plätze des Lernstern, Schule in der Tagesklinik, waren seit Mai 2011 stets voll belegt, z.T. mit einem Platz überbelegt. Der Unterricht und insbesondere die Rückführung der seelisch kranken Kinder in die allgemeinen Schulen wird eine besondere Herausforderung bleiben.

 

Juli 2012, Edeltraud Ehlert,

Förderschulrektorin,

Schulleitung der DFE